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ÜBER GESCHMACK KANN MAN STREITEN, ÜBER DIE KUNSTFREIHEIT NICHT

ÜBER GESCHMACK KANN MAN STREITEN, ÜBER DIE KUNSTFREIHEIT NICHT

Köln/ München, 11. April 2016. Es gehört zum Wesen der Kunst, dass man über sie streiten sollte – und im besten Fall auch kann. Aber dieser Streit gehört in die Gesellschaft und nicht vor Gericht, besonders nicht auf Antrag eines Staates, der zur Kunst- und Meinungsfreiheit in seinem eigenen Land ein autoritäres und zunehmend undemokratisches Verhältnis hat.

Die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FENSEHEN stellt sich vor Jan Böhmermann. Es geht nicht darum, ob seine Schmähkritik-Satire auf den türkischen Ministerpräsidenten Erdogan gelungen ist. Es geht um die Freiheit der Kunst, zu der auch die Satire gehört. Gerade wenn sie weh tut, muss sie verteidigt werden, denn sie ist entscheidend für den Diskurs in einer offenen, demokratischen Gesellschaft, auch und besonders im Fernsehen. Die Forderung nach einer gerichtlichen Untersuchung beinhaltet immer auch eine Drohung, aber Drohungen sind tödlich für jede Kunst und Meinungsfreiheit.

Die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN fände es erschreckend, politisch bedenklich und wenig weitsichtig, wenn die deutsche Regierung den Forderungen des türkischen Ministerpräsidenten nachkommen und den Weg für ein Strafverfahren gegen Böhmermann frei geben würde.

Der Vorstand