PETITION GEGEN DIE MISSGLÜCKTE NOVELLIERUNG DES URHEBERVERTRAGSRECHTS

PETITION GEGEN DIE MISSGLÜCKTE NOVELLIERUNG DES URHEBERVERTRAGSRECHTS

Die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN ruft mit achtzehn Kreativverbänden der Film- und Fernsehwirtschaft zu einer Petition auf change.org gegen die missglückte Novellierung des Urhebervertragsrechts auf.

https://www.change.org/p/die-abgeordneten-des-deutschen-bundestags-der-regierungsentwurf-zum-urhebervertragsrecht-lässt-die-urheber-und-kreativen-im-stich?recruiter=511724831&utm_source=share_petition&utm_medium=copylink

Damit wehren sich praktisch alle Kreativverbände der Film- und Fernsehwirtschaft gegen den Regierungsentwurf des Bundesjustizministeriums, der letzten Mittwoch vom Bundeskabinett beschlossen wurde. Die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN appelliert mit den anderen Kreativverbänden an die Abgeordneten des Bundestags zum eigentlich Ziel der Gesetzesnovellierung zurückzufinden: Die Stärkung der vertraglichen Stellung von Urhebern und Kreativen.

Die Novellierung des Urheberrechtsgesetzes sollte die Urheber und Kreativen schützen und ihnen mehr Rechte als bisher geben. Rechte, die sie dringend brauchen, um ihre berechtigten Interessen gegenüber den Nutzern ihrer Werke besser durchsetzen zu können.

Der Koalitionsvertrag ging in die richtige Richtung, der erste Entwurf des Justizministeriums enthielt die richtigen Instrumente. Davon ist nichts übriggeblieben. In manchen Punkten wurde sogar noch die bisherige Rechtsstellung verschlechtert.

Zum Beispiel

– wurde der Grundsatz, dass jede Nutzung vergütet werden muss, über Bord geworfen,
– wurde das wichtige Auskunftsrecht extrem eingeschränkt,
– ist das Rückrufsrecht in der geplanten Form für kaum jemanden nutzbar,
– fehlt die gerichtliche Überprüfbarkeit von GVR-Schlichtungen zur Gänze.

Urheber und Kreative stehen am Anfang jedes kulturellen Schaffens. Wenn die Gesellschaft eine professionelle Kultur, eine Kultur von hoher Qualität in Anspruch nehmen will, muss sie dafür sorgen, dass ihre Schöpfer davon leben können. Deshalb muss jede Nutzung ihrer Werke und Arbeit angemessen und gesetzlich abgesichert vergütet werden. Deshalb muss es Transparenz über die Nutzungen geben, für jeden Künstler. Deshalb müssen die Urheber über die Nutzungen ihrer Werke mitbestimmen können. Ohne faire Verhältnisse werden auch die Verwerter als Partner der Urheber und Kreativen auf Dauer keine Erlöse erzielen.

Denn ohne die Werke und Arbeit der Urheber und Kreativen gibt es keine Kultur in Deutschland.

Hinter der Petition stehen:

Deutsche Akademie für Fernsehen (DAFF)
Bundesverband Schauspiel (BFFS)
Verband Deutscher Drehbuchautoren (VDD)
Bundesverband Regie (BVR)
Arbeitsgemeinschaft Dokumentarfilm (AG DOK)
Berufsverband Kinematografie (BVK)
Verband der Berufsgruppen Szenenbild und Kostümbild (VSK)
Bundesverband Filmschnitt Editor (BFS)
Berufsvereinigung Filmton (BVFT)
Verband Deutscher Tonmeister (VDT)
Bundesvereinigung Maskenbild (BVM)
Berufsverband Deutscher Stuntleute (BVS)
Bundesverband Casting (BVC)
Deutscher Komponistenverband (DKV)
Deutsche Filmkomponistenunion (DEFKOM)
Composers Club (CC)
Berufsverband Medienmusik (MEDIAMUSIC)
Interessenverband Synchronschauspieler (IVS)
Vereinigung der Berufsverbände Film und Fernsehen (Die Filmschaffenden)

Ansprechpartner für Rückfragen:
Sabine Friedrichs
presse@daff.tv
+0174 760 8000