Die Deutsche Akademie für Fernsehen e.V. wurde im Dezember 2010 gegründet. Sie versteht sich als Stimme der Kreativen des Deutschen Fernsehens, denen sie auch mehr Sichtbarkeit verschaffen will. Daher verleiht sie seit 2013 jährlich Auszeichnungen für herausragende Leistungen in allen Gewerken der Fernsehproduktion. Derzeit gehören ihr ca. 800 Fernsehschaffende aller Gewerke an


Verleihung DAFF-Auszeichnungen am 16. November 2019 im Babylon in Berlin

DIE GEWINNER

Zum siebten Mal hat die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN (DAFF) in Berlin den unabhängigen Branchenpreis für herausragende Einzelleistungen im deutschen Fernsehen vergeben. Die Auszeichnungen der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN sind eine gemeinschaftlich von allen Akademie-Mitgliedern gewählte und für viele Gewerke die einzig relevante Auszeichnung in Deutschland. Die Akademie ehrt persönliche, herausragende kreative Leistungen in deutschen Fernseh- und Streaming-Produktionen.

In 21 Kategorien wurden die diesjährigen Preisträger ausgezeichnet. Die rund 800 Mitglieder würdigen damit die herausragenden Leistungen ihrer Kolleginnen und Kollegen.

Hier können Sie sich das Colloquium „Qualitätsjournalismus“ und die Verleihungen der Auszeichnungen am 16.11.2019 im Kin Babylon Berlin anschauen: http://daff-colloquium-und-auszeichnungen-2019

Die Preisträger 2019:

Bildgestaltung
Philipp Haberlandt
Produktion: Beat

Casting
Daniela Tolkien
Produktion: Der Pass

Dokumentarfilm
Regina Schilling (Regie) & Thomas Kufus (Produzent)
Produktion: Kulenkampffs Schuhe

Drehbuch
Dietrich Brüggemann
Produktion: Tatort: Murot und das Murmeltier

Fernsehjournalismus
Frank Zintner
Produktion: Re:-Dem Rechtsruck auf der Spur. Eine Zeitung sucht Antworten

Fernsehunterhaltung
Peter Wohlleben, Henning Gode & Bettina Böttinger
Produktion: Der mit dem Wald spricht – unterwegs mit Peter Wohlleben

Filmschnitt
Barbara Brückner
Produktion: Tatort: Anne und der Tod

Kostümbild
Esther J. Amuser
Produktion: Lotte am Bauhaus

Maskenbild
Delia Mündelein & Sonja Fischer – Zeyen
Produktion: Aufbruch in die Freiheit

Musik
Ben Lukas Boysen & Paul Emmerich
Produktion: Beat

Produktion
Eva Kemme, Tobias Siebert, Florian Deyle & Philip Schulz-Deyle
Produktion: Alles Isy

Redaktion/Producing
Philipp Käßbohrer & Matthias Murmann
Produktion: How To Sell Drugs Online (Fast)

Regie
Isabel Kleefeld
Produktion: Aufbruch in die Freiheit

Schauspieler Hauptrolle
Thomas Schmauser
Produktion: Der große Rudolph

Schauspieler Nebenrolle
Hans Löw
Produktion: Alles Isy

Schauspielerin Hauptrolle
Anna Schudt
Produktion: Aufbruch in die Freiheit

Schauspielerin Nebenrolle
Lena Urzendowsky
Produktion: Der große Rudolph

Stunt
Wanja Götz & Lisa Marie Potthoff
Produktion: Sarah Kohr – Das verschwundene Mädchen

Szenenbild
Andrea Kessler
Produktion: Aufbruch in die Freiheit

Tongestaltung
Herbert Verdino, Nico Krebs & Wolfi Müller
Produktion: Der Pass

VFX
Viktor Muller & Vít Komrzý
Produktion: Das Boot

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH !!!!


Hier finden Sie die diejährigen Laudationes der Nominierungskommissionen für die Gewinner und Nominierten – sortiert nach Gewerk (alphabetisch) oder auch als PDF downzuloaden unter: LAUDATIONES 2019 komplett

BILDGESTALTUNG

AUSZEICHNUNG 2019 an PHILIPP HABERLANDT für BEAT

Mit der wilden Intensität, mit der Beat sich in der gleichnamigen Serie zu jeder Tages- und Nachtzeit jedweder Form des Exzesses hingibt, zieht – nein reißt (!) uns PHILIPP HABERLANDT mit seinen Bildern in die gleiche Ekstase. Förmlich riechbar sind die verschwitzten Tänzer, die abgestanden Backstage-Zimmer, die sich auflösenden Leichen im Keller, das muffige Wohnzimmer der Großmutter, die Klimaanlage im ESI.

Was so zufällig und leicht aussieht, sind großartige und sicherlich keine zufälligen Kompositionen aus Licht, Farben, Strukturen und einem sehr guten Colourmatching, einer exzellenten Kadrage und dem einzigartigen Gespür, Emotionen zu visualisieren.

Die Kamera folgt dem Helden ohne ihn zu bedrängen oder auszustellen, ist wie im Rausch, wenn Beat es ist – in stillen Momenten ebenso leise und zerbrechlich wie der Titelheld.

Danke dafür, lieber PHILIPP! Herzlichen Glückwunsch!

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NOMINIERT 2019 JAKUB BEJNAROWICZ für PARFUM

JAKUB BEJNAROWICZ hat mit „Parfum“ ein in sich geschlossenes, rundum perfektes filmisches Kunstwerk erschaffen. Einen Diamanten, nicht roh, sondern sorgfältig geschliffen.

Bei allen sechs Folgen kann man den unbedingten Gestaltungswillen und die Fähigkeit, präzise zu visualisieren, fühlen und sehen. In jeder Szene ist eine visuelle Überraschung versteckt, die das Anschauen dieser Serie zu einem Hochgenuss macht.

Präzise durchdachte und komponierte Einstellungen, Schwenks und Kamerabewegungen, die sich dabei nie in den Vordergrund drängen, sondern immer die Geschichte unterstützen, werden abgerundet von dem Umstand, dass sie in ebenso sorgfältig ausgewählten und ausgestatteten Sets erstellt wurden.

Perfekter Umgang mit Spiegelungen, Licht und Schatten, harten Kontrasten im richtigen Moment und ein ungewöhnlich mutiges Grading machen Lust auf mehr.

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NOMINIERT 2019  CARLO JELAVIC für TATORT: DAS NEST

Für die ARD-Tatortfolge „Das Nest“ hat Kameramann Carlo Jelavic in der Zusammenarbeit mit Regisseur Alex Eslam eine Bildsprache entwickelt, die auch eine Kinoleinwand wirkungsvoll ausfüllen würde.

Gleich beim furiosen Auftakt wird der Zuschauer einem atmosphärischen Sog in die beklemmende Geschickte ausgeliefert. In beeindruckenden Nachtbildern lenkt Jelavic mit aufwühlenden Perspektiven die Wahrnehmung. Im virtuos inszenierten Licht macht er das Böse geradezu spürbar.

Sanft bewegt sich die Kamera mit den Figuren und entlang von Orten. Dabei wird sie zuweilen schonungslos direkt. Nachdrückliche Zufahrten erzeugen Bedrängnis, machen äußere und innere Konflikte sichtbar, setzen den Kampf gegen Dämonen und die Macht der Bedrohung frei. Die Last auf der Schulter des Einzelnen bildet Jelavic nicht nur ab, er macht sie emotional nachvollziehbar.

Außerdem wusste er die Anstrengung, die eine Vielzahl von Nachtbildern dem Produktionsablauf abverlangt, mit visueller Kraft im Sinne der Story zu nutzen. Carlo Jelavics Bilder nehmen den Zuschauer regelrecht mit, sie lassen ihn intensiv Anteil nehmen und die Figuren verstehen, bis er das Finale als Erlösung miterlebt.

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CASTING

AUSZEICHNUNG 2019 an DANIELA TOLKIEN für DER PASS

Daniela Tolkien ist es gelungen, mit ihrer Besetzung aus einer achtteiligen Serie acht Kabinettstücke deutsch-österreichischer Schauspielkunst zu machen. Chapeau!

Wobei man bezweifeln darf, dass die Serie dem Verständnis österreichischer Polizeiarbeit förderlich sein wird. Der „Wien-bleibt-Wien-Wiener“ Nicholas Ofczarek spielt den österreichischen Polizisten so, als sei er für die „Bum of the Year“ Competition ans Set gegangen.

Allerdings macht er das ganz hervorragend als Antagonist zur properen, deutschen Julia Jentsch, der man sofort vertraut und jede Art von Credit gibt, den die deutsche Film- und Fernsehwelt zu vergeben hat.

Die Protagonisten Nicholas Ofczarek und Julia Jentsch leisten  in diesem häufig schwer zu durchschauenden Stück, das ständig die Grenze überschreitet und das Land wechselt, Schwerarbeit vom Feinsten. Bestens unterstützt von Lukas Miko, Martin Feifel, Hanno Koffler, Lucas Gregorowicz und dem, im gemütlichen Kellerstübchen des Darknets teuflische Massenmorde planenden, Franz Hartwig.

Man hat schon mehr gelacht; auf jeden Fall aber auch schon schlechter besetzte Filme gesehen.

Bravo, DANIELA TOLKIEN!

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NOMINIERT 2019  FRANZISKA AIGNER für DER GROSSE RUDOLPH

Wieder einmal ist es Franziska Aigner gelungen, mit scheinbar leichter Hand ein stimmiges Ensemble zu zaubern. Sie ist eine Meisterin darin, fern von Äußerlichkeiten einen Charakter zu begreifen und ihn aus seinem Inneren heraus zu modellieren. Wie sonst kann es zu einer Besetzung der real existierenden Figur Rudolph Moshammer mit dem ungemein begabten Thomas Schmauser kommen? Die Entscheidung für Schmauser ist so überzeugend, dass man sich die Rolle anders besetzt gar nicht mehr vorstellen will. Die Verletzlichkeit der Figur wird auf den Punkt gebracht, ohne sie zu denunzieren. Ihm Lena Urzendowsky und die großartige Hannelore Elsner an die Seite zu stellen, ergibt ein Trio, das seinesgleichen sucht. Bis in die kleinsten „supporting roles“ ist dieses Ensemble meisterlich konzipiert. Und wenn man den Aufwand weder sieht noch spürt, keine Figur gewollt erscheint, dann ist ein kleines Wunder gelungen, das einen Film so trägt wie diese Besetzungsarbeit.

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NOMINIERT 2019  STEFANY POHLMANN für NICHTS ZU VERLIEREN

Nach einem Streit unter Einbrechern befinden sich zwei der Ganoven auf der Flucht und entführen eine sonderbare Reisegruppe in einem alten Bus. Erst später wird den Kidnappern klar, dass es sich bei den Geiseln um Trauernde auf einer Trauerreise handelt, die ihren Verlust bewältigen wollen. Überraschend für beide Seiten werden die Trauernden mit dem Leben konfrontiert und die Gangster mit dem Tod.

Diese wunderbar dichte, absurde Tragikomödie lebt als „Bus-Kammerspiel“ von dem fantastischen Zusammenspiel des Ensembles, das Stefany Pohlmann ganz hervorragend und preiswürdig zusammengestellt hat. In diesem „Trauerbus auf Himmelfahrtskommando“ hat jede und jeder der Schauspieler seine Glanzszenen und gewährt tiefe Einblicke in das Seelenleben der zu spielenden Figur. Eine solche Besetzung entsteht nur durch einen sehr genauen, durchdachten Castingprozess, für den wir Stefany Pohlmann herzlich danken möchten.

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DOKUMENTARFILM

AUSZEICHNUNG 2019 an REGINA SCHILLING (Regie) und THOMAS KUFUS (Produzent) für KULENKAMPFFS SCHUHE

Regina Schilling gelingt mit ihrem subjektiven, dokumentarischen Essay ein außergewöhnlich origineller Film. Die Auseinandersetzung mit ihrem Vater, einem Drogisten, der den Krieg miterlebte, nie darüber sprach und viel zu früh starb, führt sie zurück in die 1960er Jahre, in die Welt der großen Samstagabendunterhaltung. Die Showmaster Hans Joachim Kulenkampff, Peter Alexander und Hans Rosenthal, allesamt im Alter ihres Vaters, beglückten die Fernsehnation mit heiterer Harmlosigkeit und charmanter Oberflächlichkeit.

Regina Schillings raffinierte Montage aus Archivmaterial, Interviews, Super-8-Filmen und Fotos entblättert mit Humor und kluger Dramaturgie die Funktion dieses nationalen Samstagabendrituals vor den Fernsehern: Die kollektive Verdrängung und Verleugnung der grausamen Kriegs- und Nazizeit. Durch ihre akribische Archivrecherche findet Schilling zielgenau die kleinen Brüche in der heilen Show-Welt von „Einer wird Gewinnen“ oder „Dalli, Dalli“. Neugierig seziert sie in beiläufigen Bemerkungen der gut gelaunten Showmaster die Verletzungen einer zutiefst traumatisierten Gesellschaft.  Schilling vertieft sich in die Kriegsbiografien ihrer Showmaster und beginnt auf diese Weise ihren Vater zu verstehen.

„Kulenkampffs Schuhe“ ist eine faszinierende Reise in die deutsche Mentalität nach dem Krieg. Und denen, die selbst in dieser Zeit jeden Samstag vor dem Fernseher saßen, hilft Schilling auf höchst unterhaltsame, berührende Weise, das Altbekannte neu zu  verstehen.

Wir gratulieren REGINA SCHILLING und THOMAS KUFUS zu dieser herausragenden Leistung!

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NOMINIERT 2019  GARRY KEANE & ANDREW McCONNELL (REGIE), MICK MAHON (SCHNITT), BRENDAN J. BYRNE & CHRISTIAN BEETZ (PRODUZENT) für GAZA – LEBEN AN DER GRENZE

Der Dokumentarfilm ‚Gaza – Leben an der Grenze’  liefert  einen ungewöhnlich tiefen und unverstellten Einblick  in das alltägliche Leben der Menschen im Gazastreifen.

Vier Jahre lang haben der Regisseur Garry Keane und sein Kameramann Andrew McConell ihre Protagonisten begleitet und erzählen von den Möglichkeiten des Lebens unter den unmöglichen Bedingungen eines abgeriegelten Landes. Die Filmemacher meiden den aktuellen politischen Diskurs des Nahostkonfliktes und fokussieren auf sensible und berührende Weise die Schicksale Einzelner.

Der Film verleiht den einzelnen Menschen in Gaza Gehör und lässt sie vor einer dystopischen Kulisse bitterer Armut und Zerstörung über ihre Träume und Hoffnungen, Pläne und Sorgen sprechen.

Jenseits der Nachrichtenlage zeigen die Filmemacher die Menschen in Gaza in ihrem Überlebenskampf, in ihrer Verzweiflung und existentiellen Not, aber auch in ihrer Lebendigkeit und ihrem Humor.

Die Zuschauer kennen den jahrzehntelangen Nahostkonflikt vermutlich nur aus der nüchternen Nachrichten-Berichterstattung. Dieser Dokumentarfilm ruft in Erinnerung, dass es in diesem Konflikt um Menschen geht, die sich nichts sehnlicher wünschen, als ein normales Leben zu führen.

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NOMINIERT 2019  BRITT BEYER & VASSILI SILOVIC (REGIE), VOLKER HEISE (IDEE UND KONZEPT) für 24h EUROPE: THE NEXT GENERATION

Gedreht in 26 Ländern, mit 60 Protagonisten im Alter zwischen 18 und 30 Jahren, 260 Teammitgliedern und über 700 Stunden Rohmaterial in 28 Sprachen.

Das ehrgeizige Ziel: eine 24 Stunden Reportage in Echtzeit. Durch die europäische Dimension ein besonders vielschichtiger und spannender Ausgangspunkt. Den Regisseuren Britt Meyer und Vassili Silovic und dem Autor Volker Heise gelingt mit „24h-Europe“ eine beispiellose Erzählung über die Situation des aktuellen Europas und seiner nächsten Generation.

Spannend stellen sie – anhand der persönlichen Erlebnisse und Alltagsproblematiken ihrer ausgewählten Protagonisten – relevante politische und gesellschaftliche Themen Europas dar. Dabei schaffen die Regisseure und ihr Editorenteam durch geschickte Schauplatzwechsel eine kurzweilige Erzählform, die die Aufmerksamkeit des Zuschauers hervorragend bindet und Ländergrenzen öffnet.

24h – Europe ist ein wichtiges Zeitdokument im Hier und Jetzt von Europa.

Das ist öffentlich – rechtliches Fernsehen in bester Form.

 

DREHBUCH

AUSZEICHNUNG 2019 an DIETRICH BRÜGGEMANN für TATORT: MUROT UND DAS MURMELTIER

Kommissar Murot wird von einem frühen Telefonanruf geweckt, der ihn zu einem Banküberfall mit Geiselnahme führt. Murot geht nach der Aufforderung des Geiselnehmers in die Bank, wo er den Gangster beinahe zum Aufgeben überredet, dann aber erschossen wird. Am darauffolgenden Tag wird er geweckt, wieder von demselben Telefonanruf. Von nun an ist er in einer Zeitschleife, jeden Tag passiert – beinahe – dasselbe. Gemeinsam mit dem Täter muss der Kommissar einem Teufelskreis entkommen, ausgelöst durch ihre gemeinsame, verwerfliche Ansicht, dass das Leben doch eh nichts ist als eine sich ewig wiederholende Tretmühle.

Dietrich Brüggemann gelingt in diesem sehr ungewöhnlichen Tatort eine Großtat. Endlich wird die Standard-Botschaft der Reihe „Verbrechen lohnt sich nicht“ einmal erweitert und durchbrochen. Was uns „Murot und das Murmeltier“ sagen will ist, „Carpe Diem“, nimm‘ jeden Tag als ein Geschenk und eine Chance an, und lass‘ dich nicht von der Routine zur Gleichgültigkeit verführen. Brüggemann hat das Thema eines weltbekannten Kinofilms unterhaltsam, komisch und tiefgründig neu interpretiert; es gelingt ihm, einem ganz alten Hut neue Federn zu verpassen – und am Ende auch noch eine mehr als befriedigende Auflösung zu entwickeln.

Wir gratulieren DIETRICH BRÜGGEMANN zu dieser ungewöhnlichen Leistung!

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NOMINIERT 2019  ALEXANDER ADOLPH für DER GROSSE RUDOLPH

Ein Mädchen vom Lande gerät unversehens in das Universum des großen Rudolph Moshammer. Er sieht in ihr das Besondere, sie erkennt den Menschen hinter der Fassade der schillernden, barocken Medienperson. Der Film von Alexander Adolph greift eine kleine Episode aus dem Leben Moshammers auf, in der aber große Fragen aufgeworfen werden:

Wie sehr formt uns als Menschen der Blick des Anderen? Was entscheidet den Wert und die Stellung eines Menschen in der Gesellschaft?

Ohne kenntlich zu machen, ob es sich dabei um eine wahre oder erfundene Geschichte handelt, erzählt Adolph in beinahe märchenhaften Tönen die zarte Moritat von Moshammer und dem Mädchen vom Lande. Ein Biopic, das sich der vermessenen Geste verweigert, das Leben eines Menschen in 90 Minuten pressen zu wollen. Aber wer hoffte, mehr über das Leben und die schillernde Figur Moshammer zu erfahren, wird mit einem Blick hinter die Kulissen belohnt, der mehr erzählt, als vermutlich die meisten von uns zu seinen Lebzeiten über den genialischen Modemacher wussten.

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 NOMINIERT 2019  JAN PETER & FRÉDÉRIC GOUPIL für KRIEG DER TRÄUME

Die fünfteilige Serie von Jan Peter und Frédéric Goupil bereitet im Stile eines Dokudramas Berichte von Zeitzeugen aus der Mitte der Gesellschaft über die Ereignisse zwischen dem Ende des ersten und dem Beginn des zweiten Weltkrieges auf. Über Landesgrenzen hinweg werden die Nöte und Hoffnungen der „kleinen Leute“ geschildert, die auch damals den Unbilden der globalen Politik hilflos ausgeliefert waren. Eine junge, unglücklich verheiratete Frau in Frankreich, ein britischer Presseoffizier, der einem geschlagenen Volk sein Herz öffnet, ein Matrose in Cuxhaven, der eine entscheidende Rolle beim Aufstand der Marine spielt, eine junge Kosakin, die in Russland für den Zaren kämpfen will, sich aber in einem Zug befindet, der sich von der Front entfernt.

„Krieg der Träume“ besticht stilistisch durch eine assoziative Montage von Dokumentar- und Spielmaterial. Dank einer bewundernswerten visuellen und narrativen Recherche – und Collagearbeit kommt das „wahre“ Leben hinter den geschichtlichen Ereignissen zum Vorschein; eine Perspektive von unten wird aufgemacht, die uns das Lebensgefühl von vor hundert Jahren nahe genug bringt, um beunruhigende Parallelen ziehen zu können. Das ist umso preiswürdiger, als Geschichte von „Unten“ im deutschen Fernsehen immer noch viel zu selten vorkommt.

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FERNSEH-JOURNALISMUS

AUSZEICHNUNG 2019 an FRANK ZINTNER für RE: DEM RECHTSRUCK AUF DER SPUR. Eine Zeitung sucht Antworten

Die Reportage „Dem Rechtsruck auf der Spur“ ist kein spektakulärer, kein sensationsheischender Film. Es ist vielmehr ein Beitrag der leisen Töne. Gleichwohl sind wir der Auffassung, dass diese Reportage preiswürdig ist. Denn Autor Frank Zintner gelingt etwas ganz Seltenes: Er ist dabei, wenn Pressekollegen unter schwierigen Bedingungen recherchieren, ihre Arbeit reflektieren. Wir lernen Lokaljournalisten kennen, die sich ihrer Verantwortung und ihrer Rolle bewusst sind, und sich auch unter schwierigsten Umständen nicht Bange machen lassen. Der Autor geht mit ihnen ins rechte Milieu und muss erleben, welchem Hass sie mittlerweile ausgesetzt sind.

Herausgekommen ist ein Polaritätsprofil: Von Menschen mit rechter Gesinnung, aber auch einer ganzen Region. Aus unserer Sicht handelt es sich bei diesem Film um eine wichtige Reportage, die über die unterschiedlichsten Bausteine veranschaulicht, was sich im Osten Deutschlands derzeit abspielt.

Herzlichen Glückwunsch, FRANK ZINTNER, für diese großartige Leistung!

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NOMINIERT 2019  HARALD LESCH für LESCHS KOSMOS – HAUSBAU AUF DEM MOND

Wollen wir ein Haus auf dem Mond? Wo und wie könnten wir dort leben?

Sachlich und faktenbasiert wie immer behandelt Harald Lesch die Fragen, die beim Hausbau auf dem Mond bedacht werden müssen. Fast wie ein Immobilienmakler wägt er komplexe Antworten ab  – so, dass wir folgen und uns die Schwierigkeiten vorstellen können. Ob Grundstücksauswahl, Wasser- und Energieversorgung, nachhaltiges Bauen mit Mondstaub aus 3D-Druckern, Schutz gegen Strahlenbelastung und Meteoritenbeschuss, es gibt Antworten.

Selbst das 2000 Jahre alte Pantheon in Rom kann Erkenntnisgewinn beisteuern. Und die Lavawüste von Lanzarote ist idealer Drehort für Lesch, um dort – oder auch vermeintlich auf dem Mond – gelegentlich im leger getragenen Raumanzug aufzutreten und Dinge anschaulich zu machen. Die gelungene, humorvolle Animation unterstützt Leschs kluge, aber immer entspannte Informationsvermittlung. Mehr kann man in 30 Minuten nicht lernen. Bestes Fernsehen!

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NOMINIERT 2019  ALICE AGNESKIRCHNER & GUNTER HANFGARN (PRODUZENT) für WIE HOLOCAUST INS FERNSEHEN KAM

Der amerikanische Vierteiler „Holocaust“ zeigte Ende der 1970er Jahre Naziverbrechen und Massenvernichtung aus der Sicht Beteiligter und Betroffener. Das Unvorstellbare als Spielhandlung vor Augen gestellt. Die Ausstrahlung entfachte in Westdeutschland eine Welle der Betroffenheit. Es war das Ende einer „kollektiven Verharmlosung“, wie es damals ein Parlamentarier in Bonn zusammenfasste.

Die Filmemacherin und TV-Journalistin ALICE AGNESKIRCHNER zeichnet die Geschichte der Dreharbeiten nach, befragt ehemalige Darsteller und besucht Original-Schauplätze. Warum macht die Dokumentation über ein TV-Ereignis aus den 70er Jahren heute noch betroffen? Diese Reflektion eines TV-Phänomens ruft ins Gedächtnis, wie unerlässlich die Aufarbeitung der Geschichte ist. Das journalistische Verdienst der Autorin und Produzentin Alice Agneskirchner liegt in der sensiblen und zielstrebigen Arbeit mit den Zeitzeugen und Beteiligten dieser Holocaust-Serie. Die hochbrisante Wirkung der hier nominierten Produktion liegt allerdings im Ungesagten: Wie steht es denn mit der kollektiven Aufarbeitung dieses dunkelsten Kapitels deutscher Geschichte im Jahr 2019?

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FERNSEH-UNTERHALTUNG

AUSZEICHNUNG 2019 an PETER WOHLLEBEN, HENNING GODE & BETTINA BÖTTINGER für DER MIT DEM WALD SPRICHT – UNTERWEGS MIT PETER WOHLLEBEN

„Der mit dem Wald spricht“ beweist, dass es möglich ist, Prominente persönlich kennenzulernen und gleichzeitig Wissen zu vermitteln, ohne dass es aufgesetzt wirkt. Peter Wohlleben ist authentisch und sympathisch, und man spürt als Zuschauer sofort, dass ihm der Wald am Herzen liegt. Er schafft es, Prominente mit seiner Begeisterung so in seinen Bann zu ziehen, dass diese sich auf das Abenteuer Wald einlassen und dabei scheinbar vergessen, dass sie von einer Kamera begleitet werden. Die Gespräche sind dadurch sehr offen und natürlich, und wir lernen Bekanntheiten wie Sarah Wiener und Guildo Horn auf andere Art und Weise als üblich kennen. Gleichzeitig erfahren wir viel über den Wald und seine Bewohner. Peter Wohllebens große Stärke dabei ist, dass er nicht trocken referiert, sondern sein Fachwissen ganz nebenbei – in kleinen Anekdoten und Beispielen „zum Anfassen“- einfließen lässt.

Wir gratulieren PETER WOHLLEBEN, HENNING GODE und BETTINA BÖTTINGER zu dieser außergewöhnlichen Leistung!

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NOMINIERT 2019  JOKO WINTERSCHEIDT, KLASS HEUFER-UMLAUF, JEANNINE MICHAELSEN & THOMAS MARTIENS (EXECUTIVE PRODUCER) und THOMAS SCHMITT (PRODUZENT) für DUELL UM DIE WELT

Fraglos eine Show der absoluten Superlative, die dennoch stets und vor allem von ihren Protagonisten lebt, dem Doppelherz-Stück Joko und Klaas. Die beiden sind es, die diesem gelungenen und hoch unterhaltsamen Genrehybrid aus XXL-Kindergeburtstag und Reisereportage, aus postpubertärem Kräftemessen und Völkerverständigung die finale Würze und das letzte Fünkchen Show-Kitt verleihen. Egal ob sich die beiden selbst in einen Wettkampf absurdester und doch immer fesselnder Mutproben duellieren oder ob sie die Stellvertreterbattles ihrer mehr oder minder prominenten Gäste anführen und dabei so manche Schmerzgrenze ausloten – jeder dieser Showevents liefert zeitgemäße und sehr moderne Unterhaltung auf höchstem Entertainment-Niveau.

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NOMINIERT 2019  MATTHIAS OPDENHÖVEL (MODERATION), NADINE GRÜNEFELD (EXECUTIVE DIRECTOR), KERSTIN KALENBERG (CREATIVE DIRECTOR/EXECUTIVE PRODUCER), NATALIE ZIZLER & FRANZISKA VON MALSEN (EXECUTIVE PRODUCER ProSieben) für THE MASKED SINGER

Undercover Sänger, jede Woche eine neue Enthüllung – diese Elemente machen diese Castingshow aus. Bei „The Masked Singer“ stecken die Promis dazu noch in sehr verrückten Kostümen, die schon beim Anschauen Spaß machen. Im Grunde alles nichts Neues, aber „The Masked Singer“ schafft es, durch die wöchentliche Live-Ausstrahlung Spannung aufzubauen. Zuschauer rätseln, wer wohl hinter der Maske steckt. Bis zur nächsten Sendung bietet das Format Gesprächsstoff unter Freunden, Kollegen, Nachbarn. Durch Live-Ausstrahlung entsteht ein Happening-TV Format, wie es lange nicht mehr gesendet wurde.  So kann das lineare Unterhaltungsfernsehen zeigen, was es zu leisten vermag

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FILMSCHNITT

AUSZEICHNUNG 2019 an BARBARA BRÜCKNER für ANNA UND DER TOD

Mit der Arbeit von Barbara Brückner nominieren wir eine herausragende Montage. Beflügelt von einem sehr guten Buch, getragen von außergewöhnlichen Schauspielleistungen gelingt Barbara Brückner mit „Anna und der Tod“ ein Film von ungewöhnlichem „Suspense“.

Durch ihre meisterhafte Figurenführung und die spannende Frage, ob Anna schuldig oder nicht schuldig ist, entsteht ein ganz eigener Sog. Jede Regung der Figur wird begierig aufgenommen, und der Zuschauer dabei gleichzeitig emotional hervorragend geführt.

Durch den Schnitt treten die Filmfiguren in einen Dialog – hinweg über Raum und Zeit. Die dadurch entstehende neue Erzählebene ist nicht nur unterhaltsam – sie führt auch zu einer weiteren, größeren Nähe zu den Figuren und bleibt gleichzeitig immer im Dienste der Dramaturgie. Bis hin zur Auflösung, in der mit kurzen, zunächst unverständlichen Zwischenschnitten und suggestiven Off-Dialogen die Wahrheit und Annas Aussagen nebeneinander gestellt werden.

Eine tolle Arbeit! Wir gratulieren Barbara Brückner zu dieser außergewöhnlichen Leistung.

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NOMINIERT 2019  JAMIN BENAZZOUZ für KULENKAMPFFS SCHUHE

Jamin Benazzouz wollte ursprünglich Schlagzeuger werden. Im Schnitt des Dokumentar-Films „Kulenkampffs Schuhe“ ist dieses Gespür für Rhythmus und Emotion deutlichst zu spüren.

Der Schnitt des ausschließlich aus Archivmaterial – wie Fotos, privaten Super-8-Aufnahmen oder Showausschnitten – bestehenden Films unterstreicht mit scheinbarer Mühelosigkeit die Absicht der Regisseurin Regina Schilling, die seelischen Verletzungen ihres eigenen Vaters mit der öffentlichen Verdrängungs-Kultur der Nachkriegszeit zu verbinden. Es kommt einem so vor, als ob diese Dokumentation gar nicht aus vielen Einzelteilen geschnitten, sondern gewissermaßen aus einem Guss gewachsen ist – ebenso eloquent, wie auch die Erzählstimme des Voice-overs.

Ein größeres Lob kann es für die Montage eines Films kaum geben.

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NOMINIERT 2019  ANGELA TIPPEL für 1918 AUFSTAND DER MATROSEN

„1918 Der Aufstand der Matrosen“ ist ein Dokudrama über den Kieler Matrosenaufstand, der im November 1918 zum Sturz der deutschen Monarchie und zum Ende des 1. Weltkrieges führte.

Angela Tippel gelingt perfekt die Verwebung von Spielhandlung, historischem Bildmaterial, Berichten von Zeitzeugen und Interviewpartnern. Die beiden Handlungsstränge – der Matrose an der Spitze der Aufständischen und auf der anderen Seite die Politiker beim Versuch der Krisenlösung – hat sie mit hoher Kunst parallel montiert, so dass der Spannungsbogen nie reißt.

Durch die mit Bedacht und manchmal fast unmerklichen gesetzten Schnitte zwischen Schwarz-Weiß und Spielmaterial, sowie der Einbettung historischer Postkarten und Fotos, schafft es Angela Tippel, die unterschiedlichsten Filmelemente homogen zu verbinden. Die ausgewählten und hervorragend gesetzten Interviewparts runden dieses Werk ab und schlagen die Brücke zwischen der Vergangenheit und Gegenwart.

Unterhaltung und Wissensvermittlung werden durch Angela Tippelts kluge Montage ungewöhnlich stimmig zusammengeführt.

Eine sehr gelungene Arbeit!

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KOSTÜMBILD

AUSZEICHNUNG 2019 an ESTHER J. AMUSER für LOTTE AM BAUHAUS

Die Kostüme von Esther J. Amuser für „LOTTE AM BAUHAUS“ zeichnen sich durch eine liebevolle Detailzeichnung der 1930er Jahre aus. Sie sind durch ihren eigenen Stil besonders, die Zeit kennzeichnend, ohne sich als zu wichtig in den Vordergrund zu drängen.

Esther J. Amuser zeigt durch das Kostümbild feinfühlig den kulturellen Unterschied zwischen den jungen Menschen um das Bauhaus – in ihrem Aufbruch zu etwas Neuem und im Gegensatz zu der anderen, der „alten“ Welt. Besonders deutlich und aussagestark gelingt dies bei den Kostümen einer großen Feier im Bauhaus. Die Kleider sind raffiniert, fantasievoll – es ist eine Freude, sie anzuschauen.

Wir gratulieren ESTHER J. AMUSER zu dieser hervorragenden Leistung!

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NOMINIERT 2019  ANNEGRET STÖßEL für AUFBRUCH IN DIE FREIHEIT

Annegret Stößel zeichnet die Figuren in „Aufbruch in die Freiheit“ mit feiner Hand.

Die Geschichte spielt weitgehend in der kleinbürgerlichen Welt einer rheinischen Metzgersfamilie der frühen 1970er Jahre. Gelungen und in feiner Farbabstimmung unterstützen die Kostüme das Spiel der Darsteller. Eine verkrustete Nachkriegswelt – Kleinkariertes, Kittelschürzen, sonntägliche Kirchgänge mit Bubikrägen und schwarzem Anzug. Die Protagonistin Anna Schudt in zurückhaltenden Pastelltönen, die ihre Film-Figur stützen, und trotz intensiver Muster, nie dominieren.

In der Geschichte trifft sie auf eine andere Welt, die des Protestes gegen alte gesellschaftliche Strukturen, Abtreibungsparagraphen und für politische Veränderungen. Das Aufeinandertreffen dieser Welten zeichnet Annegret Stößel feinfühlig und mit viel Gespür für die dargestellte Zeit. Das Zusammenwirken von Kostüm, Szenenbild und Bildgestaltung ergibt ein stimmiges Bild.

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NOMINIERT 2019  RICCARDA MERTEN-EICHER für ENDLICH WITWER

An dem Kostümbild für „Endlich Witwer“ von Riccarda Merten-Eicher fällt eine sehr eigene Handschrift auf. Geprägt von Humor sind die Kostüme speziell und witzig, manchmal auch irritierend für die jeweiligen Charaktere in der Szenerie.
Der Zuschauer wird durch mutige künstlerische Gestaltung überrascht, die in Muster, Farbigkeit und Kostümkombinationen zum Ausdruck kommen.

Bei der großen Professionalität der meisten Fernsehfilme ragt dieses Kostümbild mit seiner Originalität erfrischend und überraschend aus dem Fernsehalltag heraus.

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MASKENBILD

AUSZEICHNUNG 2019 an DELIA MÜNDELEIN und SONJA FISCHER-ZEYEN für AUFBRUCH IN DIE FREIHEIT

Delia Mündelein und Sonja Fischer-Zeyen versetzen uns mit ihrer exquisiten Masken-Gestaltung in eine Zeit Anfang der siebziger Jahre in der rheinischen Provinz, in der viele von uns noch gar nicht gelebt haben oder höchstens Kinder waren. Und diese Rückschau fasziniert uns, weil sie uns gleichzeitig nah und doch fern ist. Damals galt noch mehr als heute, den Schein zu wahren, um jeden Preis – und der war hoch: eine dominante, fast aggressive gesellschaftliche und persönliche Spießigkeit. Und dann plötzlich: die Befreiung von den Konventionen!

Die genaue Beobachtung und Zeichnung der Charaktere und ihrer Wandlung durch maskenbildnerische Mittel, die selbstverständliche Darstellung von etwas, das man selbst vor vielen Jahren vielleicht einmal schön und aus heutiger Sicht fast schon exotisch findet … All das fesselt uns bis zum Schluss.

Wir gratulieren DELIA MÜNDELEIN und SONJA FISCHER-ZEYEN zu dieser tollen Leistung!

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NOMINIERT 2019  CHRISTINA WAGNER für DARK

Christina Wagners Maskenbild von „Dark“ schafft es, den Zeitgeist einer jeden erzählten Epoche zu treffen und trotz der unterschiedlichen Ebenen ein stimmiges Gesamtkonzept sichtbar zu machen. Es überzeugt nicht nur durch die enorme Vielfalt der gestalterischen Mittel, mit denen die einzelnen Charaktere herausgearbeitet wurden, es legt auch besonderen Wert auf unaufdringliche, jedoch hilfreiche Details, die den Zuschauer subtil anleiten, den Handlungsstrang und die jeweiligen Figuren durch alle Zeitebenen zu erkennen und ihnen zu folgen. Eine besondere Leistung – sowohl konzeptionell als auch handwerklich.

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MUSIK

AUSZEICHNUNG 2019 an BEN LUKAS BOYSEN UND PAUL EMMERICH für BEAT

Die Musik zur Fernsehserie „Beat“ von Ben Lukas Boysen und Paul Emmerich zieht den Zuschauer unmittelbar, stellenweise atemberaubend in die Lebens – und Erlebniswelt der Protagonisten. Pulsierend treibt sie den Film in einen rauschhaften Sog, um im nächsten Moment die Szenerie atmosphärisch beim Absturz zu begleiten.

Das große Können des Komponisten zeigt sich dabei unter anderem in einer bestechenden Modernität innerhalb der filmmusikalischen Konvention, der emotionalen Ausdrucksstärke und dem gekonnten Wechsel stimmig komponierter Gefühlsebenen, im besten Sinne mehrdimensional und verflochten mit der filmischen Erzählung – ob Underscore oder motivisch komponiert.

Preiswürdig ist die musikalische Konzeption über alle Serienfolgen hinweg.

Wir gratulieren BEN LUKAS BOYSEN und PAUL EMMERICH!

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NOMINIERT 2019  MATTHIAS WEBER  für DAS BOOT

Beklemmung, permanente Unsicherheit und Todesangst unter Wasser, parallel dazu großes Drama und Hochspannung bei den Daheimgebliebenen. All das und noch viel mehr erzählt die Serie „Das Boot“ – und vor allem die Musik von Matthias Weber. Dabei macht sie das, was nur Musik kann: Sie wirkt subkutan. Die Grenzen zwischen Musik und Sound-Design sind dabei manchmal fließend, die Tonsprache aber immer klar definiert. MATTHIAS WEBERS Score spielt sich nicht in den Vordergrund, seine Wirkung entsteht oft im Hintergrund und ist damit dramaturgisch höchst wirkungsvoll. So unterstützt die Musik wesentlich die Sogwirkung dieser beeindruckenden Produktion.

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NOMINIERT 2019  ECKART GADOW für TATORT: DER GUTE WEG

Eckart Gadow unterstützt mit seinem subtilen, sphärischen Score die Bildsprache dieses Tatort auf sehr effektive und suggestive Weise. Gleichzeitig spielt sich die Musik nie in den Vordergrund und lässt dem Zuschauer Raum für Imagination. So wird die Tonsprache zum wichtigen und integralen Bestandteil eines rundum überzeugenden Ganzen.

Ein besseres Lob kann es für eine Filmmusik nicht geben.

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PRODUZENT

AUSZEICHNUNG 2019 an EVA KEMME, TOBIAS SIEBERT, FLORIAN DEYLE und PHILIP SCHULZ-DEYLE für ALLES ISY

Die Produzenten Florian DEYLE und Philipp SCHULZ-DEYLE, sowie die Ausführenden Produzenten Eva KEMME und Tobias SIEBERT haben in „ALLES ISY“ herausragend besetzt. Ein genau erzähltes zeitgenössisches Drama, auf Basis eines sehr gut konstruierten Drehbuchs (Mark Monheim und Max Eipp), mit spannenden, unerwarteten Wendungen. Höchst glaubwürdig und intensiv gespielt von Milena Tscharntke, Michelangelo Fortuzzi, Claudia Michelsen, Hans Löw und dem gesamten Ensemble, präzise inszeniert von Mark Monheim und Max Eipp.

Den Produzenten ist es gelungen, ohne unzulässige Vereinfachungen und beruhigende Lösungen ein kompliziertes und vielschichtiges aktuelles Thema spannend zu erzählen.  Dabei sind sie der Lebenssituation von jungen Erwachsenen bzw. von Jugendlichen zum Ende ihrer Schulzeit sehr nahe gekommen – – und auch deren enorm herausgeforderten Eltern. „ALLES ISY“ ist ein eindrucksvoll erzählter Fernsehfilm, mit einer längeren ebenfalls nicht ganz unkomplizierten Entwicklungsgeschichte.

Wir gratulieren EVA KEMME, TOBIAS SIEBERT, FLORIAN DEYLE und PHILIP SCHULZ-DEYLE!

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NOMINIERT 2019  MARCO GILLES & LUTZ HEINEKING Jr. für ANDERE ELTERN

Marco Gilles und Lutz Heineking jr., der auch für die Regie und als Co-Autor verantwortlich ist, legen mit ihrer siebenteiligen Pay-TV-Serie „ANDERE ELTERN“ eine absolut preiswürdige Produktion vor. Mit ihrer Kölner Firma „eitelsonnenschein“ nutzen sie die Chance, die ihnen der Abonnement-Sender „TNT-Comedy gibt“, und kreieren eine Realsatire im Mockumentary-Stil, die aussieht wie eine öffentlich-rechtliche Reportagereihe. Fünf Paare, die gemeinsam eine Kita gründen wollen, geraten dann um überholte Rollenverständnisse, Ausländer- und Schwulenfeindlichkeit, Impfkritik und Masernparties, Esoterik, Paartherapie und künstliche Befruchtung in turbulente Auseinandersetzungen. Alles ist echt und authentisch, zeitgemäß, urban und schnell.  Das großartige Ensemble improvisiert ohne Drehbuch.

Man sieht „ANDEREN ELTERN“ an, dass die Dreharbeiten Spaß gemacht haben. Ohne Angst vor Klischees entsteht so junges, frisches, spritziges Fernsehen jenseits aller politischen Korrektheit, das wieder einmal beweist, dass die Nische kein Nachteil sein muss. Kleine Budgets bedeuten oft auch große Freiheit, und diese wissen die Produzenten und ihr Team virtuos zu nutzen. Die Belohnung: der Sender hat eine zweite Staffel in Auftrag gegeben, die bereits abgedreht ist und 2020 zu sehen sein wird.

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NOMINIERT 2019  QUIRIN BERG & MAX WIEDEMANN für DER PASS

Die achtteilige Serie von Quirin Berg und Max Wiedemann für den Pay-TV-Kanal Sky ist eine herausragende deutsche Produktion auf höchstem Niveau mit internationaler Strahlkraft. Die Kameraleistung, das Sounddesign und vor allem der großartige  Cast (Julia Jentsch, Nicholas Ofczarek in den Hauptrollen) sind perfekt orchestriert. So gelingen eine Atmosphäre und ein Sog, die selbst kleine inhaltliche Längen locker überbrücken. Die Regisseure und Autoren Philipp Stennert und Cyrill Boss zeigen einmal mehr, wozu sie in ihrer Zusammenarbeit in der Lage sind.

Zur preiswürdigen Produzentenleistung gehört es, einen Pay-TV-Kanal als mutigen Partner gewonnen und unter extrem widrigen Umständen in den winterlichen Alpen eine echte Herausforderung gestemmt zu haben. Auf allen Ebenen und in allen Gewerken ist mit „Der Pass“ eine hochprofessionelle Gesamtleistung entstanden, die insbesondere im kommerziellen Serienmarkt mit internationalen Produktionen locker mithalten kann.

 

REDAKTION/PRODUCING   

AUSZEICHNUNG 2019 an PHILIPP KÄßBOHRER & MATTHIAS MURMANN (CREATORS) für HOW TO SELL DRUGS ONLINE (FAST)

Was passiert, wenn ein Leipziger Jugendlicher aus dem Kinderzimmer Drogenhandel im großen Stil betreibt? Er wird im Alter von 20 wegen des Funds von 320 kg (Kilogramm!) Drogen zu sieben Jahren Haft verurteilt und erhält eine eigene Serie …

Und als sei das nicht schon ungewöhnlich genug, entscheidet sich die Redaktion auch noch mutig für einen im deutschen Fernsehen neuartigen Genremix: Coming-of-Age-Comedy trifft Drama trifft Crime.

Mit hohem Production-Value und einer Flut von Infos, die formal durch ständig schnell aufeinander folgende Feeds und Chats in social media Kanälen abgebildet werden, zeichnet die Produktion ein gelungenes Abbild der Generation Z – ohne sich in Klischees zu verlieren.

Zudem schafft es die Serie, mit absurder Komik und Empathie für die teils unsympathischen und verloren geglaubten Helden, den Zuschauer zu berühren, weil ihre Handlungen immer aus nachvollziehbaren persönlichen Motiven heraus entstehen. Gleichzeitig gelingt dabei eine überzeugende, undogmatische Warnung vor den Folgen des Drogenkonsums.

Ein Format, das beeindruckt, überrascht und unbedingt für den redaktionellen Mut und das kluge Producing eine Auszeichnung verdient!

Wir gratulieren PHILIPP KÄßBOHRER und MATTHIAS MURMANN zu dieser außergewöhnlichen Leistung!

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NOMINIERT 2019  OLIVER OSSEGE (PRODUCER) & QUIRIN SCHMIDT (REDAKTION) für DER PASS

Schon wieder eine Adaption eines skandinavischen Erfolgs … wird eh nur eine langweilige Kopie, könnte man meinen. Von wegen!

Mit „Der Pass“ gelingt es den Machern, eine Geschichte zu erzählen, die so nur hier erzählt werden kann. Alpine Mythologie und in ihren Heimaten tief verwurzelte Figuren treffen aufeinander und entfalten ein intensives Panorama der Abgründe deutsch-österreichischer Seelenverwandschaft.

Erzählt mit klassischen dramaturgischen Stilmitteln, wird der Plot  aufgewertet durch einen ausgezeichnet gewählten Cast und eine fulminante Kamera. Widrigste Produktionsbedingungen schreckten offenbar nicht ab, sondern stachelten zu Höchstleistungen an.

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NOMINIERT 2019  CHRISTIAN HONECK & KRISTINA PETER & ANKE GREIFENEDER für ARTHURS GESETZ

Arthurs Gesetzt sticht unfassbar erfrischend aus der deutschen Fernsehlandschaft heraus.

Böse und schwarzhumorig mit recht artifiziellem Look wird hier mutig und konsequent das Publikum an seine Grenzen geführt. Insbesondere, da man bei dem prominenten Cast eher Klassisches erwartet  – statt dessen erlebt man Publikumslieblinge wie Liefers, Gedeck und Tschirner als unangenehm unchristliche Unsympathen in Höchstform. Einfach schmerzhaft großartig ist das!

Der auslösende Konflikt eines Ehepaars, das sich hasst, bleibt das einzige, was uns vertraut zu sein scheint – und es bleibt nur der kleine Stein, aus dem sich eine Lawine unvorhersehbarer Ereignisse entwickelt.

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REGIE

AUSZEICHNUNG 2019 an ISABEL KLEEFELD für AUFBRUCH IN DIE FREIHEIT

Isabel Kleefeld ist ein anrührender, sehr spannender Film gelungen. Die Geschichte der Abschaffung des Paragraphen 218 anhand eines privaten Frauenschicksals zu erzählen, statt sie als nüchternes „Dokumentarspiel“ abzuhandeln, ist sehr gelungen. Die Inszenierung ist bis zum Ende packend und emotional. Alle Protagonisten sind immer nachvollziehbar, nichts wirkt überzogen oder gar effekthascherisch. Die Suche nach einem feministischen Neuanfang, die (damalige) Not der Frauen gehen unter die Haut. Stilsicher und mit großer Liebe zum Detail inszeniert. Herausragend!

Herzlichen Glückwunsch, Isabel Kleefeld!

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NOMINIERT 2019  DIETRICH BRÜGGEMANN für TATORT: MUROT UND DAS MURMELTIER

Dietrich Brüggemann schafft es mit diesem Film, das Format Tatort auf besonders kluge, amüsante, temporeiche und fast philosophische Weise zu brechen. Die Figuren, allen voran Ulrich Tukur, sind – bei aller Komik – glaubhaft inszeniert und die Spannung der Geschichte wird bis zum anrührenden Ende durchgängig gehalten. Obwohl das „Murmeltier-Schema“ nicht neu ist, hat Dietrich Brüggemann uns mit seiner Inszenierung absolut überrascht, unterhalten, zum Schmunzeln und Nachdenken gebracht. Top!

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NOMINIERT 2019  JULIA VON HEINZ für TATORT: FÜR IMMER UND DICH

Julia von Heinz hat eine spannende Sozialstudie innerhalb der Tatort-Reihe geschaffen, die ihre Protagonisten nie bewertet. Ihre Erzählweise ist behutsam, fast leicht, zieht einen in den Bann. Den sexuellen Aspekt innerhalb der Geschichte  stellt sie nie aus. Ihre Inszenierung ist sehr genau, die Kamera nie voyeuristisch, sie bleibt vielmehr dicht bei den fabelhaften DarstellerInnen. Ein außergewöhnlicher Film, der bleibt.

Unser Dank für diese herausragende Leistung an Julia von Heinz!

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SCHAUSPIELR HAUPTROLLE

AUSZEICHNUNG 2019 an THOMAS SCHMAUSER in DER GROSSE RUDOLPH

Das Angebot, den unvergleichlichen Rudolph Moshammer zu spielen, muss ebenso beängstigend wie verlockend gewesen sein. Unser Glück, dass Thomas Schmauser sich dieser Aufgabe gestellt hat. Er macht es lustvoll, liebevoll, genau so eitel, wie erforderlich, dabei aber respektvoll und mit Augenzwinkern.

Sein Rudolph macht Spaß, berührt und ist bei aller Künstlichkeit doch so wahnsinnig menschlich. Herzlichen Glückwunsch!!

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NOMINIERT 2019  NICHOLAS OFCZAREK in DER PASS

Nicholas Ofczarek „spielt“ Gideon Winter in „DER PASS“ nicht, er lebt ihn. Er nimmt uns mit auf seine steinige Reise, ist uneitel, wuchtig, berührend, brutal, witzig, verletzlich, jähzornig, zart, fürsorglich, arrogant. Immer glaubhaft. Es ist eine große Freude ihm dabei zuzusehen und beeindruckt nachhaltig. Herzlichen Glückwunsch zu dieser ungewöhnlichen Leistung – zu diesem Kraftakt!

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NOMINIERT 2019  MANUEL RUBEY in TATORT: DER MANN, DER LÜGT

Manuel Rubey schafft es im Tatort „Der Mann, der lügt“, in seiner Zurückhaltung und scheinbaren Unscheinbarkeit unfassbar laut und präsent zu sein. Seine Darstellung der komplexen, sphinxartigen Figur Jakob Gregorowicz macht seinetwegen neugierig, fasziniert und wühlt auf.

Eine Rolle, die leicht hätte blass bleiben können, entwickelt sich durch dieses unglaublich präzise Spiel zu einem absoluten Highlight.

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SCHAUSPIELER NEBENROLLE

AUSZEICHNUNG 2019 an HANS LÖW für ALLES ISY

Es war nur schwer zu ertragen, die komplexe Figur dieses Vaters, gespielt von Hans Löw, als Nebenrolle zu betrachten – durchlebt die Figur des Richard doch einen so großen Entwicklungsbogen, wie ihn manche Hauptrolle nicht erleben darf. Klar denkend, differenziert Emotionen einsetzend und nuancenreich handelnd erschafft Hans Löw einen Richard, dessen Leben durch den Fehler seines Sohnes ins Wanken gerät. Weil er seinen Sohn schützen und seine Karriere retten will, laviert er ständig durch die immer dramatischer werdenden Situationen und kann seinen Sohn doch nicht retten. Richard ist der Kollateralschaden der Vergewaltigung, an der sein Sohn beteiligt war

Hans Löw spielt den Versuch dieses Menschen, die Kontrolle über sein Leben zu behalten, eindrucksvoll und das strategisch Berechnende der Figur berührend.

Herzlichen Glückwunsch, HANS LÖW, zu dieser bemerkenswerten Leistung!

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NOMINIERT 2019  MICHAEL WITTENBORN für MERZ GEGEN MERZ

Michael Wittenborn verkörpert die Rolle des „Ludwig Reichert“ als unaufmerksamer, Demenz-diagnostizierter Vater und vor der Rente stehender Firmeninhaber in „Merz gegen Merz“.

Mit Leichtigkeit wechselt er zwischen den Tönen, die dieser so interessante Charakter bereit hält. Wohlwollend gegenüber seiner Tochter, aber doch ein Dinosaurier, dem es schwer fällt, seine Firma in Frauenhände zu legen. So widersprüchlich wie auch authentisch, aus dem Leben gegriffen, nie urteilend, bringt uns Michael Wittenborn die Figur des Ludwig sympathisch und liebenswert nahe. Man hofft mit ihm und seiner Familie, dass all die komischen Verhaltensweisen keine Vorboten von Demenz sind. Sein starkes Spiel hallt noch nach, wenn er das Bild schon lange verlassen hat, denn seine Präsenz bleibt spürbar. Den Spagat, eine derart tragische Figur in einer Komödie glaubhaft und wahrhaftig zu spielen, der fällt Michael Wittenborn leicht – zumindest scheint es so – und hat uns alle einstimmig überzeugt.

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NOMINIERT 2019  FALK ROCKSTROH für TATORT: ANNE UND DER TOD

Wie Falk Rockstroh den einsamen, kaputten, ehemaligen Chefdirigenten Eberhard Rees darstellt, der wegen Trunkenheit im Dienst als 35-jähriger fristlos entlassen wurde und – wie er es nennt – damit sein erstes Begräbnis erlebte, hat uns sehr beeindruckt.

Gefühlt fast gelähmt, hängt er in der Couch und klammert sich an die einzigen Dinge, die ihm noch ein letztes bisschen Trost bescheren – ein paar Züge aus seiner Zigarette und Miniatur-Schnapsflaschen. Statt zuzugeben, dass er seiner Pflegekraft unmoralische Angebote machte, wählt er den Freitod, um nach seinem Karriereende dreißig Jahre zuvor, nun nicht noch ein zweites Mal von der Öffentlichkeit begraben zu werden.

Die physische Darstellung der Krankheit – multiple Organerschöpfung, wie er es nennt – der subtile, unterstützende Einsatz von Requisiten und die vielsagenden Blicke, die das aussprechen, was der Zuschauer bereits ahnt, die Figur selbst aber nicht auszusprechen wagt, waren für uns besonders, berührend und immer wieder überraschend.

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SCHAUSPIELERIN HAUPTROLLE

AUSZEICHNUNG 2019 an ANNA SCHUDT für AUFBRUCH IN DIE FREIHEIT

Neunzig Minuten lang dürfen wir eine Frau beobachten, die aufbegehrt und den Zuschauer von der ersten bis zur letzten Minute emotional fesselt. Das ist eine preiswürdige Leistung.  Anna Schudt bringt uns diese stille Emanzipationsgeschichte bewegend nahe. Sie trägt die Geschichte eines Aufbruchs aus tiefer Spießigkeit. In ihrem Gesicht spiegeln sich Angst, Stress, Unsicherheit, Leere und Schmerz; manchmal ummantelt mit einem Lächeln. Sie macht diese Zeit unaufgeregt und überzeugend lebendig. Ihr Spiel ist beeindruckend.

Wir gratulieren ANNA SCHUDT zu dieser außergewöhnlichen Leistung

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NOMINIERT 2019  ELISA SCHLOTT für SCHULD, Folge: EINSAM nach Ferdinand von Schirach

Eine junge traumatisierte Frau zu spielen, die wegen Kindstötung angeklagt wird, und dabei in jeder Pose, jeder Geste zu überzeugen, ist eine wahre Kunst. Ein Gesichtsausdruck genügt ELISA SCHLOTT, um den Schmerz, die Trauer und die Schuldgefühle für den Zuschauer spürbar zu machen. Diese Figur stellt eine große Herausforderung an jedes schauspielerische Können dar. Sie verlangt nach Extremen, die Schlott meisterhaft gelingen. Die Entdeckung eines ungewöhnlichen – eines großen Talents.

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NOMINIERT 2019  ROSALIE THOMASS für RUFMORD

Ihre Figur macht eine Reise, bei der man nie weiß, ob sie im Nichts verschwindet oder ob sie wieder ins Licht hinausführt. Eine solch vielschichtige Figur mit extremen Entwicklungsbögen glaubhaft zu gestalten, ist eine absolute Glanzleistung. Rosalie Thomass überzeugt in ihrem Spiel vom fröhlichen Alltag bis hin zum seelischen Zusammenbruch. Sie verliert ihre Freude, ihre Unbeschwertheit, ihre Lebenslust und ihre Natürlichkeit bis hin zum absoluten Tiefpunkt. Und das verkörpert sie so unglaublich beeindruckend, dass man als Zuschauer mit ihr fühlt, leidet und bis zur letzten Sequenz den Atem anhält. Wir ziehen unseren Hut vor dir!

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SCHAUSPIELERIN NEBENROLLE

AUSZEICHNUNG 2019 an LENA URZENDOWSKY für DER GROSSE RUDOLPH

Lena Urzendowsky spielt „Fräulein Evi“ in DER GROSSE RUDOLPH.

Eva-Maria Millacher ist die junge Frau vom Land, die sich der große Rudolph in sein ambitioniertes Modegeschäft holt. In Wahrheit ist sie die dritte Hauptperson der Geschichte, die zwischen Rudolph und seiner Mutter steht. Diese besondere Rolle spielt sie mit erfrischender Offenheit, Stärke und zugleich Durchlässigkeit. Sie ist in ihrer Präsenz unprätentiös, authentisch, kindlich naiv und dennoch klug und damit absolut entwaffnend.

Eine wunderbare Leistung! Herzlichen Glückwunsch, LENA URZENDOWSKY!

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NOMINIERT 2019  IRINA WANKA für DER GROSSE RUDOLPH

Irina Wanka hat im Film „Der große Rudolph“ eine glaubwürdige, sehr präsente und genau gezeichnete Figur geschaffen, die bei aller Kürze Ihres Auftritts, im Gedächtnis bleibt.

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NOMINIERT 2019  NINA VORBRODT für TATORT: DER GUTE WEG

Nina Vorbrodt verkörpert im „TATORT: DER GUTE WEG“ die Frau eines alternden Kommissars. Er hat seinen Sohn erschossen. Um diese Schuld zu vertuschen, begeht er weitere Verbrechen. Auch die Liebe zu seiner Frau, der er unter allen Umständen die Wahrheit vorenthalten will, ist dafür ein Motiv.

Nina Vorbrodt spielt diese resignierte und getäuschte Frau – die die Wahrheit ahnt und befürchtet – mit einer mühelos erscheinenden Leichtigkeit, ganz leise, fein, und unsagbar berührend. Eine  gebrochene Frau. Eine wunderbare Leistung!

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STUNT

AUSZEICHNUNG 2019 an WANJA GÖTZ UND DIE SCHAUSPIELERIN LISA MARIA POTTHOFF (STUNT COORDINATOR UND FIGHT CHOREOGRAPHER & SCHAUSPIELERIN ALS TEAM) FÜR SARAH KOHR: DAS VERSCHWUNDENE MÄDCHEN

Frauen in Action erlebt man in der deutschen Film- und Fernsehlandschaft immer noch selten. Nicht glaubwürdig, zu unweiblich, abwegig, heißt es oft. Auf der anderen Seite werden händeringend Stoffe gesucht, in denen starke Frauen aktiv in der Handlung voranschreiten. Bei der Reihe „Sarah Kohr“ wurden die Scheuklappen von den Augen genommen.

Eine Schauspielerin, die körperliche Vorraussetzungen und Lust auf Action mitbringt, ein Stunt Coordinator, der Potentiale erkennen und einsetzen kann, open-minds bei Regie, Schnitt und Produktion und das Vertrauen in die Expertise eines Bewegungsspezialisten – das traf zusammen und eröffnete die Chance, eine weibliche Action-Figur zu kreieren.

Wenn SchauspielerInnen Stunts selbst ausführen, liegen die besonderen Herausforderungen für den Stunt Coordinator und Choreografen darin, Action zu entwickeln, welche die Schauspielerin oder der Schauspieler leisten kann – ohne blaue Flecke zu riskieren. Bewegungsabläufe müssen auf die Figur und den Körper abgestimmt, teilweise mit Stuntdoubles vorbereitet werden. Eine Frau, die drei Männer zusammenschlägt, ist eine besondere Herausforderung, muss hoch professionell in ihrer Kampfkunst aussehen, damit es glaubhaft ist.

Wanja Götz hat ein Bewegungsdesign kreiert, mit dem Lisa Maria Potthoff ihrer Figur die Ausstrahlung einer Kämpferin geben konnte. Ihre Bewegungen sind schnell und exakt – und geschmeidig. Als Team haben sie „Sarah Kohr“ Chuzpe verpasst, so dass der Zuschauer die schmale Frau als absolut schlagkräftig annehmen kann.

Die Nominierungskommission der Sektion Stunt findet, dass WANJA GÖTZ und LISA MARIA POTTHOFF einen ganz entscheidenden Beitrag geleistet haben, eine souveräne, mutige, kraftvolle Frauenfigur zu erschaffen. Herzlichen Glückwunsch!

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NOMINIERT 2019  RONNIE PAUL, DORI HORVATH, BENJAMIN NIPPE, MARCEL STEFANSKI UND TONI VARVASOUDIS (STUNT COORDINATOR & TEAM) FÜR NORD BEI NORDWEST: FRAU IRMLER

Norddeutscher Charme und spröder Humor macht die Reihe „Nord bei Nordwest“ zu einer der erfolgreichsten Krimi-Reihen im Deutschen Fernsehen. Beides spiegelt sich auch in dem nominierten Stunt wider. Eine Schubkarre, die – nicht sachgerecht geparkt – dem Verbrecherduo zum Verhängnis wird – das ist ein fieser ländlicher Zufall mit einem Augenzwinkern.

Kein Zufall ist die Arbeit der nominierten Stuntleute, die mit Verfolgungsjagd und Schubkarren- Kollision die für die Handlung wichtige Dramatik schaffen: Dori Horvath und Benjamin Nippe auf dem Motorrad, Toni Varvasoudis und Marcel Stefanski im verfolgenden Auto. Die Herausforderung für Stunt Coordinator Ronnie Paul lag unter anderem darin, alle Elemente in Übereinstimmung zu bringen und der Kamera perfekt zu servieren.

Die seilgeführte Schubkarre, das stürzende Motorrad mit den jugendlichen Erpressern – unter den Augen von „Frau Irmler“ und der Kamera – das ist, so die Nominierungskommission, anspruchsvoll. Das Stunt Team hat es geschafft, mit hervorragendem Spiel, fahrerischem und körperlichen Know How, dem Wissen über die Wirkung von Kameraeinstellungen und perfektem Timing einen besonderen Stunt hinzulegen. Im wahrsten Sinne des Wortes, denn nach dem Motorradsturz schliddern (ugs. norddeutsch) die beiden Erpresser, der humoristischen Art der Reihe entsprechend, fast Tarantino-mäßig über den Asphalt.

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NOMINIERT 2019  OLIVER JUHRS (STUNT COORDINATOR) FÜR  DARK: 2. STAFFEL

Gewalt ist für die meisten Menschen nicht anziehend, es sei denn, sie ist Teil eines Films und unterstützt wichtige Aspekte der Handlung. Dann sind wir Zuschauer auf der einen Seite schockiert, erleben Angst, gleichzeitig vermögen klug inszenierte Gewaltszenen, dass wir Mitleid empfinden, bangen, uns entrüsten und mit Spannung die weitere Handlung erwarten.

Gewaltszenen im Film, das sind fast immer Stunt-Szenen – in der zweiten Staffel von „Dark“ vor allem sehr brutale, archaische Morde. Es wird mit einfachen Mitteln getötet, ein Mann greift eine Axt und schlägt sie mit einem Hieb einem anderen seitlich in den Hals, Männer werden gehängt.

Das Einfache ist oft das Schwierigste, sagen die Kollegen der Nominierungskommission Stunt. In einer dieser Szenen steht der Galgen frei vor einer aufgebrachten Meute, zwei Henker ziehen die Opfer aktiv mit einem Seil über Rollen nach oben in den Tod.Das Ziehen der Henker und die Erhängung wurden zusammen gefilmt. Die Stuntmen mussten also riggen und spielen, das Seil an den Opfern musste gleichzeitig straff und „safe“ sein. Technik, wie ein Steiger, war nicht drin, Sicherheitsmaßnahmen mussten möglichst unsichtbar sein.

Stunt Coordinator Oliver Juhrs hat ausgezeichnete kreative Lösungen gefunden, urteilt die Nominierungskommission. Die Stunts in „Dark“ sind erschreckende, Angst einflößende und grausame Momente, die mit den verschiedenen Zeitebenen in Dark korrespondieren und in besonders eindrücklicher Weise mit den Gefühlen der Zuschauer spielen. Das ist eine herausragende künstlerische Leistung.

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SZENENBILD

AUSZEICHNUNG 2019 an ANDREA KESSLER für AUFBRUCH IN DIE FREIHEIT

Der Film “Aufbruch in die Freiheit” mit dem Szenenbild von Andrea Kessler kann sich neben den großen Mehrteilern und Serien wahrlich sehen lassen. Die bis in die Details liebevolle Ausstattung unterstützt sowohl die konservativen Refugien der kleinstädtischen Metzgerfamilie als auch die der alternativen Szene in Köln. Die ausdrucksstarken Motive, wie z. B. das Abtreibungszimmer in Köln, sind so erschreckend authentisch hergestellt, dass man den Schmerz der aus der Not heraus vorgenommenen und am Ende verpfuschten Abtreibung intensiv nachfühlen kann. Die verlogene, oberflächliche  Harmonie der Familie, gepaart mit der konservativen, erzkatholischen Enge wird auch in den Wohnraum-Motiven  durch die Ausstattung und Farbgestaltung hervorragend zur Geltung  gebracht. Sie lassen uns Zuschauer verstehen, warum die Protagonistin ihre Entscheidungen trifft, ein selbstbestimmtes Leben der Freiheit zu führen.

Ein tolles, herausragend künstlerisches Werk! Herzlichen Glückwunsch, ANDREA KESSLER!

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NOMINIERT 2019  CORA PRATZ für PARFUM

Diese Serie mit ihrem so vielschichtigen Schauspielensemble gewinnt auch durch das Szenenbild besondere Aufmerksamkeit. Cora Pratz hat mit ihrem Konzept und ihren vielfältigen Szenenbildern die Abgründe aller Beteiligten dezent und zum Teil aber auch brutal gestaltet. Diese Welt der angeblich geistig gesunden und gut situierten Protagonisten, die bald einander zwangsläufig bekämpfen, versetzt uns Zuschauer in einen lauernden Zustand.  Die Sets von Cora Pratz sind zutiefst beklemmend und beeindruckend zugleich, die Farben und Kontraste sorgsam ausgewählt. Andere ausdrucksstarke Serien waren aus Sicht der Nominierungskommission eine starke Konkurrenz und ließ uns die Entscheidung nicht leicht fällen. – Doch die künstlerische Arbeit hat uns überzeugt.

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NOMINIERT 2019  NICHOLAS PALMER für DAS BOOT

Wir alle kennen den Kinofilm von Wolfgang Petersen und die herausragende Szenenbildgestaltung von Rolf Zehetbauer. Umso überraschender und beeindruckender war für uns die herausragende Gestaltung des Szenenbildes von Nick Palmer. Jede Szene, jedes Set mit seinen ausgewählten Farben und Oberflächen ist historisch glaubwürdig umgesetzt. Die Zusammenarbeit mit der Kamera- und Kostümabteilung ergibt ein visuell perfektes historisches Design, in dem alles stimmt. Der dramaturgische Druck und die beklemmenden Motive zeigen bei den Zuschauern Wirkung.

Das vielfältig gelungene und interessant durchdachte Konzept für die zahllosen Szenenbilder haben die Nominierungskommission überzeugt, die großartige und herausragende künstlerische Arbeit von Nick Palmer für eine Auszeichnung vorzuschlagen.

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TONGESTALTUNG

AUSZEICHNUNG 2019 an HERBERT VERDINO (O-TON), NICO KREBS (MISCHUNG UND SOUNDDESIGN) und WOLFI MÜLLER (GERÄUSCHEMACHER) für DER PASS

Die in jedem Moment stimmige und transparente Mischung der Produktion schafft eine hervorragende Balance zwischen der sehr stilprägenden Musik und den nuanciert eingesetzten Elementen der Tongestaltung.

Das Sounddesign fügt sich mit den klaren Dialogen zu einem harmonischen Gesamtbild, das ausgewogen zwischen natürlicher, subtiler Präsenz und emotionaler Erweiterung der Dramaturgie changiert. Es sind nicht zuletzt diese handwerklich ausgereiften und kreativen Sound-Eckpfeiler, die „Der Pass“ zu einem überaus bemerkenswerten Gesamtkunstwerk vervollkommnen.

Zu dieser großartigen Leistung gratulieren wir herzlich HERBERT VERDINO, NICO KREBS und WOLFI MÜLLER!

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NOMINIERT 2019  ADRIAN BAUMEISTER (MISCHUNG), JÖRG KRIEGER (O-TON), PAUL RISCHER (SOUND DESIGN) und JACEK WISNIEWSKI (GERÄUSCHEMACHER) für KIDNAPPING STELLA

Das präzise und knackige Klangbild ergänzt explizit und punktuell die Handlung. Befinden wir uns hier im Kammerspiel, eröffnet uns der Ton genau die Ebenen, um den Charakteren und der Handlung nahe zu kommen. Und genau so, wie es sich für einen guten Film gehört, wird der klar eingerahmte visuelle Schauplatz im Ton sehr dynamisch konterkariert und erweitert. Die ausgewogene Mischung zwischen lauten und ruhigen Passagen gibt den subtilen Kick und unterstützt die Geschichte funktional.

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NOMINIERT 2019  BENJMIN SCHUBERT (O-TON), RICHARD BOROWSKI (MISCHUNG) und KAI STORCK (SOUNDDESIGN) für NACHTSCHICHT: ES LEBE DER TOD

Das dichte und atmosphärisch stimmige Sounddesign in Verbindung mit hervorragender Sprachverständlichkeit und perspektivisch eingesetzter Musik machen die Geschichte lebendig und erlebbar. Die transparente Mischung legt den Fokus auf die Charaktere, ohne auf detailreiche Hintergründe zu verzichten. Der Ton bleibt dabei aber immer dezent und natürlich. Ein perfektes Beispiel dafür, dass auch auf diesem Sendeplatz künstlerisch hochkarätige und fachlich versierte Arbeit dem Gesamtwerk dazu verhelfen hervorzustechen.

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VFX/ANIMATION

AUSZEICHNUNG 2019 an VIKTOR MULLER und VÍT KOMRZÝ für DAS BOOT

Dem VFX-Team mit Viktor Muller und Vít Komrzý gelingt es, die klaustrophobische Enge im Bauch der U96 für den Zuschauer spürbar werden zu lassen. Es ist ein visuell beeindruckendes Bombardement des U-Boots von am Computer generierten Kampfflugzeugen, Kriegsschiffen und weiterer digitaler Gefahren.

Die aufwändig am Computer erzeugte Kriegsmaschinerie lässt den Zuschauer die Fahrt der U96 durch die Kriegswirren des zweiten Weltkriegs emotional hautnah miterleben und nachempfinden.

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NOMINIERT 2019  DENIS BEHNKE und VIKTOR MAJDANDZIC für DEUTSCHLAND 86

Das Team um VFX Supervisor Denis Behnke und Igor Majdandzic entführt uns auf den krisengeschüttelten afrikanischen Kontinent zur Zeit des kalten Krieges in den 80iger Jahren.  Visuell ansprechend und sehr detailgetreu und authentisch erschaffen sie virtuelle Schauplätze um die spannende Spionagegeschichte voranzutreiben.

Ebenso wurden unzählige Einstellungen digital bearbeitet und mit Elementen ergänzt um die atmosphärische Spannung der Serie erfolgreich zu steigern und zu unterstützen.

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NOMINIERT 2019  JURI STANOSSEK und PETER LAMES für KRIEG DER TRÄUME

Juri Stanossek und Peter Lames  gelingt es mit ihrem Team in Krieg der Träume visuell vielschichtig und abwechslungsreich die düstere Atmosphäre der Serie über die Zeitspanne des ersten Weltkriegs zu erzählen.

So ist diese einer beeindruckenden visuellen Handschrift geprägt und es gelingt durch gekonnte Detailarbeit in den einzelnen Szenen den Zuschauer die düstere Kriegsatmosphäre erfahren zu lassen.


TAG DER DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN (DAFF)

16. November 2019, 15:30 Uhr Colloquium Qualitätsjournalismus

Der lineare TV-Konsum gehört der Vergangenheit an. Diese These stellen neuere Untersuchungen für die nahe Zukunft des klassischen TV in den Raum. Tatsache ist, dass sich große Teile der Generation der 14 – 29-Jährigen bereits völlig und unwiederbringlich vom linearen TV-Konsum verabschiedet haben. Gibt es vor diesem Hintergrund und trotz mannigfaltiger Versuche der Selbstbehauptung überhaupt noch eine Zukunft für den „dualen Rundfunk“?

Mit einer Keynote zur Zukunft des dualen Rundfunksystems in einer sich stetig wandelnden Medienwelt – und somit zur Zukunft des öffentlich-rechtlichen Rundfunks schlechthin – eröffnet Dagmar Reim, ehem. Intendantin RBB, das Colloquium am im Babylon, Rosa-Luxemburg-Straße 30, 10178 Berlin. Der Eintritt ist frei. Anmeldung unter: DAfF2019@gb-kommunikation.de

Über die Zukunft des Qualitätsjournalismus und des dualen Rundfunksystems im Angesicht der boomenden Streamingdienste diskutieren in Teil 1:

  • David Biesinger, stellvetretender Chefredakteur RBB
  • Anja Zimmer, Direktorin Medienanstalt Berlin Brandenburg
  • Thorolf Lipp, Sprecher Deutscher Medienrat 2016 – 2019
  • Sonja Schwetje, Chefredakteurin n-tv

Wenn das öffentlich-rechtliche System so stark unter Druck steht, welche Auswirkungen hat dies dann auf die Zukunft einer seiner Domänen, dem kritischen und profunden „Qualitätsjournalismus“? Und wie unabhängig und frei können Journalisten in einem immer schwieriger werdenden Umfeld und teilweise unter Gefahr für Leib und Leben heute noch arbeiten? Diesen Fragestellungen widmet sich TEIL 2 des Programms – mit folgenden Gästen:

  • Hannah Bethke, Journalistin, FAZ
  • Markus Grill, Rechercheverbund NDR, WDR, Süddeutsche Zeitung
  • Christian Beetz, Produzent & Geschäftsführer Gebrüder Beetz Filmproduktion
  • Louis Klamroth, Journalist (Klamroths Konter, n-tv; YouTube – Formate)
  • Stefan Lamby, Journalist & Geschäftsführer ECO Media Filmproduktion

Moderation: Jörg Thadeusz

Einlass: 15:00 Uhr

Beginn: 15:30 Uhr

Ende der Veranstaltung: 18 Uhr

 

Rückfragen an:  Chun Mei Tan | berlin@daff.tv &                                                                          Stephan Ottenbruch | stephan.ottenbruch@daff.tv
Geschäftsstelle Köln | Deutsche Akademie für Fernsehen e.V. | Gocher Str. 19 | D – 50733 Köln   Koordination Colloquium: Pit Riethmüller


MASTERCLASS SERIE 1: Deutsche Serien im Globalen Wettbewerb

Nach dem großen Erfolg der Masterclass Serie zu „Die Protokollantin“ im letzten Jahr soll das erprobte Format aufgrund der internationalen Erfolge deutscher Serien in einen neuen Kontext gestellt und mit neuen Fragestellungen vertieft werden: Wie unterscheidet sich die Arbeit für die diversen Auftraggeber wie Sky, den privaten, den öffentlich-rechtlichen Anbietern sowie den Streamingdiensten? Sind der „Mut zu etwas Außergewöhnlichem“ und „große kreative Freiheit“ die Grundlage und Triebfedern für die außerordentlichen Leistungen der Kreativen in allen Gewerken und damit ein Erfolgsrezept? Deutsche Serien wie „Dark“, „Beat“ und „Der Pass“ erfreuen sich großer internationaler Beliebtheit, „Dark“ ist in den USA sogar einer der Spitzenreiter in den Netflix-Charts. Wie ist die Wahrnehmung der kreativen Macher im eigenen Land?

Als Vertreter von international erfolgreichen Serien aus Deutschland beleuchten wir in diesem Jahr die Produktionen „BEAT“, „DARK“ und „DER PASS“.

Auf dem Panel begrüßen wir:

  • Szenenbildner: Udo Kramer (DARK)
  • Casterin: Daniela Tolkien (DER PASS)
  • Komponisten: Paul Emmerich, Ben Lukas Boysen (BEAT)
  • Redaktion: Quirin Schmidt (DER PASS)
  • Schauspieler: Franz Hartwig (DER PASS)

Moderation: Rüdiger Suchsland (Filmkritiker und Journalist)

Ort: Babylon, Rosa-Luxemburg-Str. 30, 10178 Berlin

Wann: 16.11.2019

13:00 Uhr Einlass
13:30 Uhr Beginn
15:00 Uhr Ende

UND

DAFF MASTERCLASS SERIE 2 – Innovative Erzählweise der Funk-Serie DRUCK

Das Team der Funk-Serie „Druck“ (YouTube) stellt die außergewöhnliche und innovative Einbindung von Social Media Kanälen in die Erzählweise der Serie vor. Das Format ist bei jungen Zuschauern sehr beliebt. Es gelingt den Machern der Serie die jungen Zuschauer in „ihrer Lebensrealität“ abzuholen. Basierend auf dem skandinavischen Erfolg „Skam“ wurde die Serie in Deutschland für „Funk“, dem Jugendkanal von ARD und ZDF, von der Produktionsfirma Bantry Bay adaptiert. Hierzu wollen wir von den Head of Departments erfahren, vor welche Herausforderungen sie bei der Arbeit für die verschiedenen Formate gestellt wurden, in denen die Erzählung vorangetrieben wird.

Auf dem Panel begrüßen wir:

  • Regisseurin Luzie Loose, Editor: David Hartmann
  • Kostümbildnerin: Sophie Klebba; Szenenbildnerin: Claudia Steinert
  • Social Media Producer: Farid Bouatra; und eine der HeadautorInnen: Sandra Stöckmann

Moderation: Produzent Lasse Scharpen

Ort: Park Inn, Saal Döblin, Alexanderplatz Nr. 7, 10178 Berlin

Wann: 16.11.2019
15:30 Uhr Einlass
16:00 Uhr Beginn
17:30 Uhr Ende
Anschl. Meet & Greet

Der Eintritt zu beiden Veranstaltungen ist frei. Es wird jedoch um eine Anmeldung unter: DAfF2019@gb-kommunikation.de gebeten.

 

 


DAFF-Preis 2019: Deutsche Akademie für Fernsehen gibt die Nominierten bekannt

Zum siebten Mal vergibt die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN (DAFF) am 16. November 2019 in Berlin im Babylon den unabhängigen Branchenpreis für herausragende Einzelleistungen im deutschen Fernsehen. Insgesamt 100 Prominente, aber auch bisher unbekannte Fernsehmitwirkende aus ganz Deutschland, sind mögliche Anwärter für die Auszeichnungen der Akademie. Gemeinsam stimmen nun die Mitglieder der Akademie, darunter Fernsehschaffende, Kreative aus allen Gewerken, über die insgesamt 21 Gewinner ab.

Die Nominierten 2019 sind

  1. Bildgestaltung:
    Philipp Haberlandt| Beat
    Jakub Bejnarowicz| Parfum
    Carlo Jelavic| Tatort: Das Nest
  2. Casting:
    Franziska Aigner | Der große Rudolph
    Daniela Tolkien| Der Pass
    Stefany Pohlmann | Nichts zu verlieren
  3. Dokumentarfilm:
    Britt Beyer & Vassili Silovic (Regie) & Volker Heise (Idee und Konzept)| 24h Europe – The Next Generation
    Garry Keane & Andrew McConnell & (Regie) & Mick Mahon (Schnitt) & Brendan J. Byrne & Christian Beetz (Produzent)| GAZA – Leben an der Grenze
    Regina Schilling (Regie) & Thomas Kufus (Produzent)| Kulenkampffs Schuhe
  4. Drehbuch:
    Alexander Adolph | Der große Rudolph
    Jan Peter & Frédéric Goupil| Krieg der Träume
    Dietrich Brüggemann| Tatort: Murot und das Murmeltier
  5. Fernseh-Journalismus:
    Harald Lesch| Leschs Kosmos: Hausbau auf dem Mond
    Frank Zintner| Re:- Dem Rechtsruck auf der Spur. Eine Zeitung sucht Antworten
    Alice Agneskirchner & Gunter Hanfgarn (Produzent)| Wie HOLOCAUST ins Fernsehen kam
  6. Fernsehunterhaltung:
    Peter Wohlleben & Henning Gode (Producer) & Bettina Böttinger (Produzentin)| Der mit dem Wald spricht – unterwegs mit Peter Wohlleben
    Joko Winterscheidt & Klaas Heufer-Umlauf & Jeannine Michaelsen  & Thomas Martiens (Executive Producer)  & Thomas Schmitt (Produzent)| Joko gegen Klaas- Das Duell um die Welt
    Matthias Opdenhövel (Moderation) & Nadine Grünfeld (Executive Director) & Kerstin Kalenberg (Creative Director/Executive Producer) & Natalie Zizler & Franziska von Malsen (Executive Producer ProSieben) |The Masked Singer
  7. Filmschnitt:
    Angela Tippel| 1918 Aufstand der Matrosen
    Jamin Benazzouz| Kulenkampffs Schuhe
    Barbara Brückner | Tatort: Anne und der Tod
  8. Kostümbild:
    Annegret Stößel| Aufbruch in die Freiheit
    Esther J. Amuser| Lotte am Bauhaus
    Riccarda Merten-Eicher| Endlich Witwer
  9. Maskenbild:
    Christina Wagner| Dark II
    Delia Mündelein & Sonja Fischer-Zeyen| Aufbruch in die Freiheit
  10. Musik:
    Ben Lukas Boysen & Paul Emmerich| Beat
    Matthias Weber| Das Boot
    Eckart Gadow| Tatort: Der gute Weg
  11. Produktion:
    Eva Kemme & Tobias Siebert & Florian Deyle & Philip Schulz-Deyle| Alles Isy
    Marco Gilles & Lutz Heineking, jr.| Andere Eltern
    Quirin Berg & Max Wiedemann| Der Pass
  12. Redaktion/Producing:
    Christian Honeck & Anke Greifeneder & Kristina Peter | Arthurs Gesetz
    Oliver Ossege (Producer) & Quirin Schmidt (Redaktion)| Der Pass
    Philipp Käßbohrer & Matthias Murmann(Creators)| How to sell drugs online (fast)
  13. Regie:
    Isabel Kleefeld| Aufbruch in die Freiheit
    Julia von Heinz| Tatort: Für immer und Dich
    Dietrich Brüggemann| Tatort: Murot und das Murmeltier
  14. Schauspieler – Hauptrolle:
    Thomas Schmauser| Der große Rudolph
    Nicholas Ofczarek| Der Pass
    Manuel Rubey| Tatort: Der Mann, der lügt
  15. Schauspieler – Nebenrolle:
    Hans Löw | Alles Isy
    Michael Wittenborn| Merz gegen Merz
    Falk Rockstroh| Tatort: Anne und der Tod
  16. Schauspielerin – Hauptrolle:
    Anna Schudt| Aufbruch in die Freiheit
    Rosalie Thomass| Rufmord
    Elisa Schlott| Ferdinand von Schirach SCHULD: Einsam
  17. Schauspielerin – Nebenrolle:
    Irina Wanka| Der große Rudolph
    Lena Urzendowsky| Der große Rudolph
    Nina Vorbrodt | Tatort: Der gute Weg
  18. Stunt:
    Oliver Juhrs (Stunt-Koordinator)| Dark II
    Ronnie Paul & Dori Horvath & Benjamin Nippe & Marcel Stefanski & Toni Varvasoudis | Nord bei Nordwest – Frau Irmler
    Wanja Götz & Lisa Maria Potthoff | Sarah Kohr: Das verschwundene Mädchen
  19. Szenenbild:
    Andrea Kessler| Aufbruch in die Freiheit
    Nicholas Palmer| Das Boot
    Cora Pratz| Parfum
  20. Tongestaltung:
    Herbert Verdino (O-Ton) & Nico Krebs (Mischung und Sounddesign) & Wolfi Müller (Geräuschemacher)| Der Pass
    Adrian Baumeister (Mischung) & Jörg Krieger (O-Ton) & Paul Rischer (Sounddesign) & Jacek Wiśniewski (Geräuschemacher)| Kidnapping Stella
    Benjamin Schubert (O-Ton) & Richard Borowski (Mischung) & Kai Storck (Sounddesign)| Nachtschicht: Es lebe der Tod
  21. VFX/Animation:
    Viktor Muller & Vít Komrzý| Das Boot
    Denis Behnke & Igor Majdandzic| Deutschland 86
    Juri Stanossek (VFX Supervisor) & Peter Lames (VFX Supervisor)| Krieg der Träume

Der Preis der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN ist eine gemeinschaftlich von allen Akademie-Mitgliedern gewählte und für viele Gewerke die einzig relevante Auszeichnung. Ohne Ansehen von Prominenz und Proporz ehrt die Akademie persönliche, herausragende kreative Leistungen in deutschen Fernseh- und Streamingproduktionen. Voraussetzung für eine Nominierung ist eine Erstausstrahlung/Erstveröffentlichung in den letzten zwölf Monaten – im deutschen TV, einer Streamingplattform oder im Internet. Dies gilt für alle fiktionalen und non-fiktionalen Produktionen, Beiträge, Reportagen, die zu einer fernsehmäßigen Auswertung geeignet sind.

Die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN wurde im Dezember 2010 gegründet, um den Kreativen aus allen Gewerken der Entwicklung und Herstellung von Fernsehprogrammen eine eigene Stimme zu geben und sich in die Diskussion um Fragen der inhaltlichen und künstlerischen Qualität des Fernsehens einzumischen.

Mitglieder des geschäftsführenden Vorstandes sind: Michael Brandner, Cornelia von Braun, Frank Fischer, Frank Godt, Jochen Greve, Lara Höltkemeier, Stefan Lukschy, Stephan Ottenbruch, Brit Possardt und Chun Mei Tan. Präsident der Akademie ist Gerhard Schmidt.

Rückfragen an:  Anne Baeker | assistenz@daff.tv

 

WIR SAGEN DANKE !

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Unsere Medienpartner:

          

 

 

 

 


Liebe Mitglieder!

Wir sind sehr stolz, dass Gerhard Schmidt, unser Präsident der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN, mit dem Verdienstorden des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet wurde.

Gerhard Schmidt hat mit seiner Leidenschaft für das Fernsehen und den Film in unserer Branche bis heute ungeheuer viel bewegt. Seit über vierzig Jahren produziert er national und international erfolgreiche Filme, Reihen und Serien. Genauso lange setzt er sich für medien- und berufspolitische Belange ein. Dabei hat er wie selbstverständlich immer wieder junge Talente gefördert und unterstützt. Viele gehören heute zu den besten ihres Fachs.

Seine Klarheit und Aufrichtigkeit und vor allem sein Respekt gegenüber allen Gewerken und Kreativen unserer Branche haben ihn dabei immer ausgezeichnet. 2010 hat er den Unwillen der Branche über den Abstieg des Deutschen Fernsehpreises aufgegriffen und zusammen mit anderen Fernsehschaffenden die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN gegründet. Ziel war es, den Kreativen und eigentlichen Fernsehmacher endlich eine eigene, unabhängige Stimme zu geben. Es gibt viele Missstände und noch mehr Anfeindungen in der deutschen Fernsehlandschaft und Politik. Um dem zu begegnen und unsere Branche weiterzuentwickeln, bedarf es Aufklärung und klarer Worte. Gerhard Schmidt hat sich nie gescheut, seine Stimme zu erheben. Dafür danken wir ihm!

Nunmehr ist er Träger des Verdienstordens des Landes Nordrhein-Westfalen. Zu Recht! Die DEUTSCHE AKADEMIE FÜR FERNSEHEN gratuliert dazu herzlich und wünscht ihrem Präsidenten, unserem Kollegen, Freund und Menschen Gerhard Schmidt alles Beste!

Der Vorstand


Liebe Mitglieder,

im Moment tobt ein „Krieg“ um die geplante EU-Richtlinie für ein Urheberrecht im Internet. Für uns wird sie viel bringen, endlich müssten Plattformen wie Youtube, Google oder Facebook an Urheber und Leistungsschutzberechtigte zahlen, wenn ihre Werke illegal auf ihren Seiten eingestellt werden. Die Gegner dieser Reform sind ungemein gut organisiert, von „Netzzensur“ und „Internet-Abschaltung“ ist die Rede, für diese Woche sind Großdemonstrationen z.B. in Berlin geplant. Alles mit dem Ziel, dass das EU-Parlament die Direktive ablehnt, damit es so bleibt, wie es ist – und alle Kreativen und Künstler auch weiterhin im Netz ohne irgendeine Honorierung bestohlen und ausgebeutet werden können.

Die öffentliche Diskussion wird oft mit falschen, verzerrenden und Angst machenden Argumenten geführt. Was wirklich in der EU-Richtline steht, was sie erreichen will und was sie für uns Kreative bringt, findet ihr hier: https://www.article13.de/ und in einer Erklärung der wichtigsten deutschen Verwertungsgesellschaften: https://www.vgwort.de/fileadmin/pdf/allgemeine_pdf/Aktuelle_Information_Lizenzen_vs._Uploadfilter.pdf

Herzliche Grüße

Michael Brandner, Cornelia von Braun, Frank Fischer, Frank Godt, Lara Höltkemeier,
Jochen Greve, Stefan Lukschy, Stephan Ottenbruch, Brit Possardt, Chun Mei Tan
Vorstand der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN


FOTO-AKTION

„JA zur EU-Urheberrechtsrichtlinie“:

IHRE TEILNAHME ZÄHLT

In der Woche des 25. März wird das Europäische Parlament (EP) über die EU-Urheberrechtsrichtlinie entscheiden. Die Debatte rund um die Richtlinie kocht hierzulande hoch. Netzaktivisten und amerikanischen Plattformen, allen voran YouTube, ist es gelungen, die sozialen Medien mit ihrer Deutung der Richtlinie zu dominieren. Dabei wird die Debatte nur auf einen Artikel der Richtlinie verkürzt, Artikel 13, der noch dazu mit einem irreführenden Kampfbegriff „Uploadfilter“ verbunden wird. Für die Kultur- und Kreativbranchen beinhaltet die Richtlinie jedoch sehr viel mehr. Wir brauchen die Richtlinie aus unterschiedlichen, dringenden Gründen. Es geht u. a. darum, endlich ein Urhebervertragsrecht auch auf europöäischer Ebene zu verankern.

Wir brauchen die EU-Urheberrechtsrichtlinie jetzt. Deshalb ist ein positives EU-Parlaments-Votum im März wichtig!

Wenn die jungen Art. 13-Gegner vermehrt das Netz dominieren und auf die Straße gehen, müssen auch die Filmschaffenden, Autoren, Künstler und Urheber insgesamt entsprechend für unser Anliegen Flagge zeigen!

Aus der Initiative Urheberrecht heraus ist jetzt folgende Aktion ins Leben gerufen worden, bei der wir Sie um Ihre Beteiligung bitten:

Die Idee.

Gemeinsam mit anderen Partnerorganisationen der Initiative Urheberrecht wollen wir mit positiven Bildern und Botschaften Sichtbarkeit in sozialen Medien erreichen. Unsere Zielgruppe sind die Europa-Abgeordneten. Startschuss ist MO, 11.3.!

Unten finden Sie vier verschiedene Motive eines Plakats. Es wäre toll, wenn Sie sich ein Motiv aussuchen, es ausdrucken und dann ein Selfie schicken, auf dem Sie das Plakat vor, neben oder über sich halten. Natürlich können Sie es auch bspw. via Tablet anzeigen lassen und dann neben sich halten, so sparen Sie Papier.

Bitte senden Sie es an: info@drehbuchautoren.de

Wenn Sie dieses Bild schicken, würden wir und auch die Initiative Urheberrecht es im Rahmen der Öffentlichkeitsarbeit für die Kampagne auf Twitter, Facebook etc. verwenden und via Hashtag mit den politisch relevanten Kanälen verlinken.

Bitte verwenden Sie ihren Namen sowie den Zusatz Ihres Gewerks zB Drehbuch / Kamera als Dateinname.

Der Drehbuchverband sammelt aktuell die Bilder, bis eine erste ansehnliche Menge zusammen ist. Es gibt bereits tollen Rücklauf u. a. beim Schauspielerverband und den Musikverbänden.

Sie können dann selbstverständlich auch auf Ihren privaten Kanälen die Fotos posten, Hashtag #yes2copyright .

Je mehr sich für ein starkes Urheberrecht positionieren, desto klarer können wir die Abgeordneten im Europäischen Parlament signalisieren: Wir brauchen diese Richtlinie!

 


Protokoll der Mitgliederversammlung der DAfF am 11. Februar 2019 in Berlin

Protokoll der Mitgliederversammlung


Protokoll der Klausurtagung im Januar 2019 des Gesamtvorstandes

Protokoll Klausurtagung Gesamtvorstand

 


Was geschah in der Akademie in 2018

DAfF Aktivitäten 2018


Die DAfF begrüsst Pit Riethmüller als Vorstandssprecher

DWDL

Blickpunkt Film

Quotenmeter


Ja zur EU-Urheberrechtsnovelle

urheber.info/aktuelles

boersenblatt.net


Die Deutsche Akademie für Fernsehen gratuliert den Nominierten des

FairFilm Award Fiction 2019

www.crew-united.com PM FairFilmAward 2019


Und hier der Link zur Aufzeichnung der Auszeichnung der DAfF

Die Aufzeichnung der Auszeichnung

Pressemitteilung zum skandalösen Verhalten der FPÖ gegenüber dem österreichischen TV-Journalisten Armin Wolf

Liebe Kolleginnen, liebe Kollegen,

nachfolgend eine Presseerklärung zum skandalösen Verhalten der FPÖ gegenüber dem österreichischen TV-Journalisten Armin Wolf, wie sie der Vorstand am Montag dieser Woche mehrheitlich beschlossen hat und wie sie gestern verschickt wurde:

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DAfF-Preis 2018 in Berlin: Deutsche Akademie für Fernsehen gibt die Preisträger bekannt

Berlin, 30.11.2018 – Mit insgesamt 22 Auszeichnungen haben die Mitglieder der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN (DAfF) am heutigen Abend in Berlin die kreative Arbeit von Fernsehmachern vor und hinter der Kamera geehrt.

Die DAfF wählt alljährlich gemeinschaftlich die herausragenden Leistungen in deutschen Fernseh- und Streamingproduktionen und zeichnet sie in 21 Kategorien aus. Im sechsten Jahr des Branchenevents lud die bundesweit organisierte Akademie zum ersten Mal nach Berlin ein. Zuvor fanden Fachtagung und Preisverleihung in Köln statt.

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Live dabei sein: Streaming vom DAFF-Preis

Auszeichnungen der Deutschen Akademie für Fernsehen 2018

Streaming am Freitag, 30.11.2018 ca. 19.30-22.00 live aus dem Babylon Berlin Mitte

Moderation: Annabelle Mandeng | Laudatio: Christina Hecke, Thomas Schmuckert       zum Artikel…


Nach den Wahlen ist vor der Ehre: DAfF-Event am 30.11.2018 in Berlin rückt näher

Die Wahlperiode 2018 für die DAfF-Wahl endete am Montag. Die Vorfreude startet – auf das alljährliche DAfF-Event in Berlin für Mitglieder und geladene Gäste.       zum Artikel…


DAfF-Preis 2018: Die Mitglieder haben die Wahl

Vom 5. Oktober um 9h bis 5. November um 24h können die Mitglieder der DEUTSCHEN AKADEMIE FÜR FERNSEHEN (DAfF) über ihre Favoriten für die Auszeichnungen 2018 abstimmen.      zum Artikel…