Jahr 2017

Für alle, die die Podiumsdiskussion „Vor uns die Streamflut – Wie sieht Fernsehen in 10 Jahren aus?“ am 28.10.2017 nicht live oder per Streaming sehen konnten, hier der Link dazu:

Moderation: Dr. Lutz Hachmeister, Journalist und Filmemacher

Teilnehmer: Prof. Dr. Eva Stadler, Hochschule der Medien Stuttgart (Produzentin: 4 Blocks) / Philipp Käßbohrer, Geschäftsführer und Produzent Bild und Tonfabrik (btf) („Schulz und Böhmermann“ / „Neo Magazin Royale“) /Rhys Noelke, Senior Vice President Strategy, RTL Group / Dr. Michael Müller, Chief Distribution Officer – Legal & Regulatory, ProSiebenSat.1 Media SE


Die Gewinner der Auszeichnungen 2017 sind:  

DAFF2017 Gruppenbild der Preisträger mit Moderator Jochen Schropp (l.) und den Laudatorinnen Ulrike C. Tscharre (2.v.r.) und Carolin Fink. Foto: DAFF /Katrin Hauter

Bildgestaltung:  Eeva Fleig für „Blaumacher“

„Eeva Fleig bringt in diese wunderbare Serie über das „menschliche Sein“eine große Vitalität und filmische Perspektive ein. Sie findet perfekte Bilder, ihre  Kadrierung und Lichtgestaltung nimmt den Zuschauer mit in die Innenansicht der Figuren. Mit besonderen Bildgestaltungen ermöglicht sie dem Betrachter verschiedene Interpretationsmöglichkeiten der Geschichte. Es ist eine Bilderwelt entstanden, die durch ein unverkennbares, surrealistisches  Erscheinungsbild geprägt ist. Ein Verdienst der Kameraarbeit.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Casting:  Iris Baumüller für „4 Blocks“

„In „4Blocks“ entstand bei der Ensembleauswahl eine extrem reizvolle Verflechtung von Fiktion und Wirklichkeit. Dabei hat die für das Casting verantwortliche Iris Baumüller ihr Augenmerk nicht nur auf bekannte Schauspieler gerichtet, sondern auch im Milieu der Gangs und Rapper-Familien Neuköllns gesucht und ist dort ganz offenkundig fündig geworden. Die Serie „4 Blocks“ schafft durch ihre äußerst gelungene Besetzung eine Authentizität, die in dieser Form im deutschen Fernsehen fast einzigartig sein dürfte.Dank der von Iris Baumüller mit viel Gespür ausgesuchten und zusammengestellten Schauspieler, Künstler und Darsteller taucht der Zuschauer in „4Blocks“ in einen echten Kiez ein.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Dokumentarfilm: Till Schauder und Christoph Menardi für „Glaubenskrieger“

„Till Schauders und Christoph Menardis spannender Dokumentarfilm zeigt, wie sich der aus dem Irak stammende Hassan Geuad mit einer Gruppe junger Muslime gegen die Vereinnahmung ihres Glaubens durch radikale Fundamentalisten zur Wehr setzt. Dicht an den Protagonisten begleitet die Kamera deren drastische Performance-Aktionen, von den ersten Planungen bis zu den Reaktionen nach der Veröffentlichung auf youtube und in den sozialen Netzwerken. Einfühlsam und zugleich spannend zeigt der Film, wie die Handlungen der Akteure heftigste Reaktionen auslösen, die von Beschimpfungen bis zu Todesdrohungen reichen. Innerhalb der Familie und Freundeskreise entstehen Konflikte, an denen die Gruppe zu zerbrechen droht. Mit „Glaubenskrieger“ gelingt Till Schauder und Christoph Menardi ein intensiver Film über den politischen Aktivismus junger Muslime gegen übermächtige Widerstände. Ihr Dokumentarfilm zeigt, dass dieses Engagement existiert – und macht unkommentiert deutlich, wie wichtig es ist.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Drehbuch:  Esther Bernstorff für „Ein Teil von uns“

„In „Ein Teil von uns“ erzählt Esther Bernstorff sensibel und jenseits aller Klischees vom Kampf einer jungen Frau mit dem Alkoholismus ihrer Mutter. Nadia hat ihre Mutter Irene nicht mehr gesehen, seit sie vor Jahren die Familie verlassen hat und in die Obdachlosigkeit abgerutscht ist. Bei der Hochzeit von Nadias Bruder taucht Irene wieder auf, bricht in Nadias Leben ein, stellt ihre schwer errungene Eigenständigkeit auf die Probe, rührt an alte Wunden und wütet scheinbar rücksichtslos in dem bisschen Sicherheit und Normalität, die Nadia sich so mühsam erkämpft hat. Esther Bernstorff gelingt mit „Ein Teil von uns“, die intime und emotional berührende Geschichte einer fatalen Mutter-Tochter Beziehung, gleichzeitig wirft der Film Fragen auf über unseren Umgang mit Menschen am sozialen Rand.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Fernseh-Journalismus:  Dr. Christian Stücken für „Die Story im Ersten: Der vertuschte Skandal“

„Ein fragwürdiger Schwangerschaftstest mit dem Hormonpräparat Duogynon steht im Verdacht schwere Missbildungen in tausenden von Fällen ausgelöst zu haben. Betroffene kämpfen um Anerkennung und um Aufdeckung eines der größten Pharmaskandale der Bundesrepublik – fast 50 Jahre nachdem die ersten Kinder mit Missbildungen geboren wurden. Der Pharmakonzern Schering hatte „Duogynon“ Anfang der 60er Jahre auf den Markt gebracht, ohne das Präparat vorher bei Menschen getestet zu haben. „Der vertuschte Skandal“ von Christian Stücken ist die faktenstarke und schlüssig erzählte Rekonstruktion eines ungesühnten Pharmavergehens. Im Zuge der Recherchen findet Stücken entlarvende Vorstandsbeschlüsse des Schering-Konzerns und interne Schuldeingeständnisse. Gleichzeitig belegen die Dokumente eine fatale Handlangerschaft der staatlichen Aufsichtsbehörden. Das Bundesgesundheitsamt sah sich offenbar als „Advokat“ der Fa. Schering. In dieser Produktion übernimmt der Journalist die Rolle eines Aufklärers und Fürsprechers der Betroffenen. Seine konkreten Recherchen führen Selbsthilfegruppen zusammen und formulieren Forderungen an Staat und Pharmakonzern. Die aufwühlende Reportage gibt auch Hinweise auf eine späte, aber überfällige Regulierung. Journalismus als Wächter und „public eye“. Christian Stücken hat das in hervorragender Weise umgesetzt.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Fernseh-Unterhaltung: Olli Schulz und Jan Böhmermann für „Schulz und Böhmermann“

„Zwei Moderatoren mit siebzig Prozent Wortanteil. Ein Witz, sollte man meinen – dem ist aber nicht so. Jan Böhmermann und Olli Schulz laden vier Gäste ein. Es geht nicht um irgendwelche Interviews, sondern um die Interaktion der Menschen am Tisch, manchmal so exklusiv, abgedreht oder selbstreferentiell, dass es sogar den Zuschauer als Zuhörer ausschließt. Auf den ersten Blick wirkt das wie Anarchie. Aber die Anarchie hat einen Plan. Die Gäste werden vom Schulz und Böhmermann geradezu meisterhaft an- und aufgestachelt, gleichzeitig entziehen sich die Gastgeber mit geradezu anmaßender Subjektivität dem üblichen Talkshow-Ritual. Ob es dabei ein Ziel gibt, ist nicht klar. Der Weg ist das Ziel – wie bei jeder Meditation, aber auch jedem guten Gespräch. Am Ende wissen wir auf jeden Fall mehr – auch wenn wir oft keine Ahnung haben, worüber. Aber wir haben uns unterhalten, auf hohem Niveau, gerade weil die Gastgeber und Gäste prinzipiell keine Grenzen des Niveaus kennen. Jede Folge fällt stets durch Wortwitz und polarisierende Perspektiven auf – und ihre ganz eigene Optik entrückt den Zuschauer schon von der ersten Minute an aus der normalen Fernsehwelt.Zwei aufmüpfige Moderatoren und vier konternde Gäste, das würden wir gerne öfter im Fernsehen sehen.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Filmschnitt:  Claudia Wolscht für „Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“

„Claudia Wolscht zeigt uns in „Zielfahnder – Flucht in die Kaparten“ den Einfluss, den der Schnitt, in Anpassung an das Erzähltempo und den Sinn einer Geschichte, auf den endgültigen Film hat. Der temporeiche Beginn, der in eine konsequent andauernde Verfolgungsjagd mündet, wird elegant von Ruhemomenten und Rückblenden unterbrochen. Im letzten Drittel des Films wird das Genre in fast dokumentarischer Schnitterzählung auf die folkloristischen Sujets der osteuropäischen Dorfgemeinschaft erweitert und immer wieder in Kontrast gesetzt zum eigentlichen Ziel der Erzählung: die Ergreifung eines rumänischen Täters durch zwei deutsche Zielfahnder. Dieser Kontrast unterstützt auch die Figur des Täters, der die mafiöse Struktur seiner Heimat in das moderne Deutschland übersetzt hat, ohne dabei seinen teilweise anachronistisch anmutende Ehrenkodex aufzugeben. All die Wechsel zwischen polizeilicher Einsatzzentrale zur osteuropäischen Großstadtmafia, bis tief in die Berglandschaft der Karpaten hinein, bleibt nachvollziehbar und spannend. Der Schnitt von Claudia Wolscht hat einen großen und wichtigen Anteil daran, diese zahlreichen Kultur- und Temperaturwechsel synergetisch miteinander zu verzahnen.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Kostümbild:  Gabriele Binder für „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“

„Gabriele Binder führt uns mit ihrem Kostümbild für „Die Dasslers, Pioniere, Brüder und Rivalen“ in eine Zeit, die wir häufig in Filmen gesehen haben und gestaltet sie dennoch erfrischend leicht und unaufgeregt. Das feinfühlige Kostüm drängt sich nie auf. Fast beiläufig und selbstverständlich vollzieht sie den Wandel der Jahre und Moden, lebensnah und schlicht – ohne harte Zäsuren. So bleiben sich die Figuren stets treu, und man verfolgt mit Spannung ihre Entwicklung. Die Kostüme spiegeln die Zeitenwenden mit großer Natürlichkeit wider, insbesondere durch die Details. Diese Ästhetik wird zu einem wichtigen eigenständigen Baustein der Inszenierung.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Maskenbild:  Jeanette Latzelsberger, Gregor Eckstein und Iris Peleira für „Charité“

„Die Nominierungskommission ist sich einig, dass das Maskenbild für den Mehrteiler „CHARITÉ“ ungeheuer kreativ und authentisch gestaltet wurde. Jeannette Nicole Latzelsberger, Gregor Eckstein und Iris Peleira haben eine fachlich großartige Leistung abgeliefert. Besonders hervorzuheben sind dabei die männlichen Rollen! Durch die Kunst des Maskenbildes und ihre überzeugende Veränderung konnten viele der bekannten Schauspieler ganz neue Facetten ihrer Erscheinungsbilder zeigen. – Wir meinen: Top!“ (Begründung der Nominierungskommission)

Musik:  Stefan Will und Marco Dreckkötter für „4 Blocks“

„Stefan Will und Marco Dreckkötter zeigen mit ihrer brillanten Arbeit zur Fernsehserie „4Blocks“ mit welcher Wucht Filmmusik eine Erzählung führen, formen und emotionalisieren kann. Herausragend umgesetzt, stimmig im Konzept, zeitgemäß in der Tonalität und dramaturgisch äußerst überzeugend, hat diese Arbeit die Nominierungskommission zutiefst beeindruckt. Es ist eine kongeniale Mischung aus Zeitgeist, Emotion, Subtext und dramatischer Führung, das Ganze mit großem musikalischem Können und Einfühlungsvermögen gestaltet.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Produktion: Quirin Berg, Max Wiedemann, Prof. Dr. Eva Stadler, Karsten Rühle, Anke Greifeneder und Hannes Heyelmann für „4 Blocks“

„“4 Blocks“ ist ein außerordentlich geglücktes Experiment in der deutschen Serienlandschaft. Die Serie erzählt wirklichkeitsnah, wie ein arabischer Clan ein Stadtviertel beherrscht – und bildet somit ein Stück deutsche Wirklichkeit ab. Mit „4 Blocks“ ist den Produzenten eine ausgewogene Erzählung gelungen, die sich angenehm vom pädagogischen Erklärfernsehen abhebt. Gleichzeitig ist es eine große produzentische Leistung, so viele kreative Ausnahmetalente für diese Serie zusammenzubinden: Angefangen bei den Drehbuchautoren Richard Kropf, Bob Konrad und Hanno Hackfort, den durchwegs hervorragenden Schauspielern, an denen man sich noch nicht satt gesehen hat, bis hin zu Kamera, Ausstattung oder der Musik. Der Sechsteiler „4 Blocks“ erfüllt das Credo vieler moderner Serien: The more local, the more global – eine universelle Geschichte an einem ganz spezifischen Ort. Es gibt solche Orte und Geschichten auch in Deutschland, vor unserer Haustür. Bisher haben nur die richtigen Erzähler gefehlt. Die Produzenten Max Wiedemann, Quirin Berg, Eva Stadler und Hannes Heyelmann haben diese Lücke mutig gefüllt.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Redaktion/Producing:   Anke Greifeneder für „4 Blocks“

„Drei Originaltöne aus der Flut der Kommentare im Netz:

  1. “ „4Blocks“ – zum bestimmt siebtenmal alle Folgen reingezogen – immer noch geil!“
  2. „Was für ein ästhetisches Gemetzel!“
  3. „Wow, wie konnte ich ein solches Juwel nur so lange übersehen!“

Und das sagt die Nominierungskommission: Eine schonungslose Familien- und Gangster-Saga nimmt ihren verhängnisvollen Lauf: Radikal, kompromisslos, kraftstrotzend, ergreifend, über alle Maßen herausragend besetzt, virtuos, spannend und völlig angstfrei erzählt, mit einer brachialen Wucht inszeniert und bebildert. „4Blocks“ beweist, dass deutsche Serien mittlerweile, trotz moderater Mittel, erzählerisch und in der Umsetzung spielerisch auf internationalem Standard mithalten können. Wenn nicht sogar längst mehr … wenn, wie in diesem Falle geschehen, die richtigen Kreativen zur richtigen Zeit in flachen Hierarchien als geschlossenes Team miteinander agieren – und vor allem deshalb Herausragendes aus einem angstfreien Raum heraus produzieren können. Anke Greifeneder und Eva Stadler haben  im Bereich Producing/Redaktion mit all Ihren kreativen Partnern und Teammitgliedern eine vorbildhafte Chuzpe fernab der üblichen TVSysteme bewiesen und dadurch eine radikale, kompromisslose und zukunftsweisende Produktion auf uns und all diejenigen losgelassen, die die deutsche Fiction bereits vor Jahren für sich abgeschrieben haben. Das macht Mut!“ (Begründung der Nominierungskommission)

Regie: Marvin Kren für „4 Blocks“

„Brachial und bildgewaltig, eigensinnig und pointiert, gewagt und authentisch. Die Figuren sind schräg und führen zugleich ein glaubwürdiges Eigenleben. Sie zeigen Kante, machen neugierig, und der Zuschauer taucht ein in ein Underground-Milieu mit dicken Eiern. Dabei gibt die Musik den Takt vor in eine ungeschraubte und lebendige Inszenierung, in der die Kameraführung und das Szenarium im sicheren Einklang selbstbewusst und wie selbstverständlich daherkommt – im Gerangel um Mädchen, Casinos, Drogen und Schutzgeld.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Schauspieler – Hauptrolle:  Frederick Lau für „4 Blocks“

„Frederick Lau als „Vince“ im TNT Sechsteiler „4Blocks“, nimmt uns ohne jeden Abstand mit auf einen schillernden Höllentrip in eine Parallelwelt. Dabei lässt er uns nah, ganz nah ran! Sein Spiel ist in jedem Augenblick so vielseitig, intensiv und authentisch, dass es einem unter die Haut geht . Egal ob er ohne jede Vorwarnung und mit vollem Körpereinsatz und kompromissloser Härte agiert oder einfach nur da steht und aus dem Fenster schaut.Er braucht keinen großen Auftritt, keine großen Gesten und hat in lauten wie in leisen Szenen eine enorme Kraft. Eine Präsenz, die uns in jeder Sekunde in seinen Bann zieht und uns gespannt zuschauen lässt. Großartig!“ (Begründung der Nominierungskommission)

Schauspieler – Nebenrolle: Ronald Kukulies für „Tatort – Borowski und das Fest des Nordens“

„Knapp zehn Minuten dauert die Szene, in der Ronald Kukulies sich ins Gedächtnis des Zuschauers spielt: Klar, authentisch, uneitel. Solch eine Figur bleibt haften, die in einem Film mit lauter starken Darstellern erst in der zweiten Hälfte auftaucht und dann so selbstverständlich und durchlässig gespielt wird, als wäre sie von Anfang an dabei gewesen. Man verfolgt die Szene von der ersten bis zur letzten Minute mit Hochspannung und ist dem Schauspieler dankbar, dass er sie keinen Augenblick verrät.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Schauspielerin – Hauptrolle: Rosalie Thomass für „Eine unerhörte Frau“

„Rosalie Thomas hat auf tief berührende Weise eine Figur erschaffen, die alten und neuen Schmerz in sich trägt und gleichzeitig eine unglaubliche Lebensfreude und Lebenskraft. Sie nimmt uns in dem Film „Eine unerhörte Frau“ auf eine Reise mit ungewissem Ausgang mit – in einen Sumpf der Ignoranz, des Alleingelassenseins, der Unsicherheit und Angst. Ihr Spiel ist mutig, kompromisslos und genau. Sie bittet nicht um Verständnis, sie will kein Mitleid erwecken oder Verhalten erklären, auch keine Schuld zuweisen. Sie zeigt ohne Schminke, wie eine Frau ihren Weg zu sich selbst geht. Eine Frau, die für das kämpft, was für sie überlebenswichtig ist: ihre Integrität als Mädchen, das sie vor vielen Jahren war, ihre Integrität als Frau, die sie jetzt ist, – und für das Leben ihrer Tochter.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Schauspielerin – Nebenrolle: Sandra Hüller für „Tatortreiniger – Folge: Özgür“

„Sandra Hüller gelingt es in der Folge „ÖZGÜR“ der Serie „TATORTREINIGER“, den Zuschauer mit ihrer wundervollen Direktheit und Natürlichkeit in einem Moment zum Lachen zu bringen und im nächsten tief zu berühren. Eine wahre Freude, dieser virtuosen Schauspielerin zuzusehen, die uns einmal mehr überrascht und begeistert.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Stunt: Tobias Nied für „Alarm für Cobra 11 – Folge: Phantomcode“

„Eine offensichtlich bei einem Absturz vom Rest des Rumpfes abgerissene Flugzeugsspitze schleudert über eine Autobahn, prallt dabei gegen etliche entgegen kommende Fahrzeuge und schiebt sie zusammen. Eine phantastische und enorm bildwirksame Idee, um viele Autos durch die Luft fliegen zu lassen, die Tobias Nied hervorragend umgesetzt hat. Daneben gibt es diverse Body-Stunts, temporeiche Verfolgungsjagden mit oder ohne Fahrzeuge, Verfolgungen über Hausdächer, Kämpfe und vieles mehr – insgesamt ein buntes Kaleidoskop an Stunts, die im deutschen Fernsehen bei entsprechender Budgetierung möglich sind. Wie es sich für einen Actionfilm gehört, sind die Stunts pur und gewaltig in Szene gesetzt und ein wesentlicher Bestandteil der Episode von „Alarm für Cobra 11″. Tobias Nied zeigt das hohe Niveau, auf dem Stunts im deutschen Fernsehen heute möglich sind.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Szenenbild: Myrna Drews für „Hedda“

„Less is More! Gestalterischer Minimalismus ist das Schwierigste. Die Reduktion auf den Kern ist nur dann nicht weniger, sondern mehr als das Ganze, wenn das, was an Dargestelltem bleibt, sehr präzise die Orte und die Szenen, die darin spielen, einfängt – und darüber hinaus sogar verstärkt. Das erfordert große Empathie und Konzentration für das Ganze und die Details. Das ist Myrna Drews bei „Hedda“ hervorragend gelungen.“ (Begründung der Nominierungskommission)

Tongestaltung: Tomáš Bělohradský, Thomas Neumann und Gregor Bonse für „Der gleiche Himmel“

„Es ist immer eine Herausforderung, die Episoden eines Mehrteilers wie aus einem Guss erscheinen zu lassen. Tomáš Bělohradský, Thomas Neumann und Gregor Bonse ist das auf der Tonebene des Dreiteilers „Der gleiche Himmel“ besonders gut gelungen. Das dichte, atmosphärische, historisch korrekte Sounddesign und die Musik werden zu einem feinen akustischen Bett verwoben, in dem die präzise und räumlich ausgefeilte Sprachmischung – nicht zuletzt Dank des handwerklich guten O-Tons – seinen festen Platz bekommt. Alle Elemente bilden eine durchsichtige, dramaturgisch unabdingbare Einheit.“ (Begründung der Nominierungskommission)

VFX/Animation: Jan Adamczyk und Denis Behnke für „Der gleiche Himmel“

„Jan Adamczyk und Denis Behnke ergänzen mit ihren historischen Set-Extensions die Bauten existierender Prager Straßen zu überzeugenden Bildern vom geteilten Berlin mit Mauer, Grenzstreifen und Wachtürmen. Dabei geht die Detailtreue so weit, auch die unterschiedliche Farbigkeit von Ost- und West-Berlin zu rekonstruieren und die andersartigen Lichtstimmungen bei Nacht auf beiden Seiten der Mauer für den Zuschauer erlebbar zu machen. Ohne ihre unauffällige Kunst hätte Oliver Hirschbiegel die Geschichte des Romeo-Agenten Lars Weber so eindringlich nicht erzählen können.“(Begründung der Nominierungskommission)


Nominiert waren außerdem:

Bildgestaltung:

Gerhard Schirlo (BVK) für „Jack the Ripper – Eine Frau jagt einen Mörder“

Christian Stangassinger für „Tempel“

Casting:

Daniela Tolkien für „Polizeiruf 110 – Nachtdienst“

Simone Bär für „Tödliche Geheimnisse“

Dokumentarfilm:

Petra K. Wagner für „Aussteigen“

Stephan Lamby für „Nervöse Republik – Ein Jahr Deutschland“

Drehbuch:

Bernd Lange, Valentina Brüning und Sebastian Heeg für „Blaumacher“

Jochen Bitzer und Prof. Dr. Georg Feil für „Die vierte Gewalt“

Fernseh-Journalismus:

Christian Frey und Susanne Wittek für “Stille Retter“

Thilo Mischke für „Uncovered – Thilo Mischke und die Macht der Gewalt“

Fernseh-Unterhaltung:

Michael Kessler für „Kessler ist…Hugo Egon Balder“

Olaf Schubert für „Olaf macht Mut“

Filmschnitt:

Heike Parplies für „Tod einer Kadettin“

Regina Bärtschi für „Zwei“

Kostümbild:

Gabriele Binder für „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“

 

Maskenbild:

Sonja Fischer Zeyen für „Armans Geheimnis“

Georg Korpás für „Winnetou – Der Mythos lebt“

Musik:

Florian van Volxem und Sven Rossenbach für „Das weiße Kaninchen“

Matthias Weber für „Spuren des Bösen – Begierde“

Produktion:

Dr. Simone Höller und Michael Smeaton für „Das weiße Kaninchen“

Simon Amberger, Korbinian Dufter und Rafael Parente für „Hindafing“

Redaktion/Producing:

Claudia Gerlach-Benz und Greta Gilles für „Das weiße Kaninchen“

Elmar Jaeger für „Hindafing“

Regie:

Brigitte Maria Bertele für „Die vierte Gewalt“

Dominik Graf für „Zielfahnder – Flucht in die Karpaten“

Schauspieler – Hauptrolle:

Dirk Martens für „Culpa- Niemand ist ohne Schuld“

Hanno Koffler für „Die Dasslers – Pioniere, Brüder und Rivalen“

Schauspieler – Nebenrolle:

Florian Karlheim für „Eine unerhörte Frau“

Sebastian Schwarz für „Frau Temme sucht das Glück“

Schauspielerin – Hauptrolle:

Brigitte Hobmeier für „Ein Teil von uns“

Ulrike Krumbiegel für „Polizeiruf 110 – Muttertag“

Schauspielerin – Nebenrolle:

Saskia Rosendahl für „Die Lebenden und die Toten. Ein Taunuskrimi“

Hannelore Elsner für „Familienfest“

Stunt:

René Lay für „Katharina Luther“

Alister Mazzotti für „Tatort – Der König der Gosse“

Szenenbild:

Frank Godt für „Honigfrauen“

Petra Albert für „Tempel“

Tongestaltung:

Andreas Mücke-Niesytka, Dominik Rätz und Rainer Gerlach für „Lotte Jäger und das tote Mädchen“

Christoph Köpf, Richard Borowski und Philipp Teichmann für „Spreewaldkrimi – Spiel mit dem Tod“

VFX/Animation:

Juri Stanossek für „Gotthard“

Stefan Kessner, Markus Hauf und Max Stolzenberg für „Winnetou – Der Mythos lebt“